20 wertvolle Tipps für einen unvergesslichen Tanzabend

Wer will unbeliebt sein?
Eben.
Nur niemand!

Wir haben in den vielen Jahren, die wir auf den Tanzflächen dieser Welt verbracht haben, einige Situationen erlebt, die nicht nur uns gestört haben, sondern auch die TanzerInnen um uns herum. Viele diese Situationen vermiesen den TänzerInnen ihre wertvollen Tanzabende. Wer will das schon?

Stell dir diese Situation vor: Du hast eine harte Woche bei der Arbeit und freust dich sehr auf den Donnerstag Abend, weil du Salsa tanzen gehen möchtest. Es ist dein Horizont der Woche. Du freust dich so sehr darauf, dass es dir viel Kraft verleiht, wenn du nur daran denkst.
Endlich ist es soweit, du gehst voller Erwartungen und Freude hin. Du strahlst und hoffst auf einige tolle unvergessliche Magic Moments.
Und dann passiert es: Jemand steigt dir auf den Fuß ohne sich danach zu entschuldigen, du bekommst einen unangenehmen „Korb“, obwohl du dich endlich überwunden hast, jemanden aufzufordern….du stehst lange neben der Tanzfläche, und wirst nicht aufgefordert, der nächste Tanzpartner oder die nächste Tanzpartnerin riecht unangenehm und als wäre es nicht genug, wirst du auch noch während des Tanzens ständig kritisiert.
Der Abend wird zur Katastrophe – und genau das wollen wir verhindern!

Dieser Beitrag ist vielleicht nicht so lustig und unterhaltsam wie die anderen, dafür super wichtig.

Die nächsten Tipps werden dir helfen, deinen Beliebtheitsgrad in deiner Tanzszene zu verbessern und nicht nur dass, sondern diese Tipps werden um sich greifen und auch andere erreichen. Damit werden auch für dich die Tanzflächen zu angenehmeren Orten werden.
Es stehen vielmehr die Aufmerksamkeit und ein respektvolles Miteinander im Vordergrund. Sind es nicht genau diese Eigenschaften, die die Welt zu einem besseren Ort machen? Große Worte. Große Ziele. Mit diesen einfachen Tipps leicht umgesetzt.

Los geht´s…

  1. Auch Damen dürfen Herren auffordern!
    Das ist in jeder Tanzszene mittlerweile eine Normalität. Es macht jeden Tanzabend zu einem unkomplizierten Event, an dem ein positiver menschlicher Austausch ermöglicht wird. Keiner soll sitzen und warten, dass er aufgefordert wird. Man kann und soll etwas dafür tun! Jede Tanzszene bietet eine fantastische Platform für Begegnungen. Es wird ja sogar mit voller Freude erwartet, dass man um den Tanz gefragt wird. Er oder sie. Sich trauen und geniessen.😉
  2. Die Aufforderung zum Tanz muss kein offizieller Akt werden wie z.B.: „Darf ich die Dame um einen Tanz bitten?“ – und das auch noch mit einer tiefen Verbeugung und einem komischen Grinser im Gesicht. In den meisten Szenen reicht es aufeinander zuzugehen (bitte nicht von hinten auf die Schulter klopfen), freundlich lächeln und kurz fragen: „Magst du tanzen?“
    Oft ist es aber so laut, sodass man einander eh nicht richtig hört. Dann reicht man einander freundlich die Hände und lächelt. Das müsste reichen.
    Allerdings, bei manchen traditionellen Tango Events ist es etwas spezifischer. Man sollte sich auf jeden Fall vorher erkundigen, wie der Brauch bei dem jeweiligen Event ist.
  3. Wenn sich zwei sichtlich intensiv unterhalten, sollte man diese Unterhaltung nicht mit einer Aufforderung zum Tanz unterbrechen. Vor allem nicht, wenn sie weiter weg von der Tanzfläche sitzen oder stehen. Das ist ein Zeichen, dass die beiden in diesem Moment nicht für einen Tanz offen sind. So vermeidet man, unangenehme „Körbe“ zu bekommen und verhindert das Gefühl „Ich störe.“
  4. Wenn man am Rande nahe der Tanzfläche steht, heißt es: ich will tanzen! Sprich, dann sollte man zumindest einen Tanz jedem gewähren, der freundlich danach fragt. Wenn man ablehnt (ohne triftigen Grund) kommt das in dieser Situation sehr „ungut“ an.
    Gründe einen Tanz abzulehnen sind natürlich Alkoholisierung, Unhöflichkeit etc.
  5. Ein gepflegtes Äusseres hilft in vielerlei Hinsicht. Man wird eher aufgefordert, wenn man sich um sein Äusseres bemüht hat. Und mit dem Äußeren meinen wir nicht nur „klassische Schönheitsideale“ sondern vor allem frischen Mundgeruch, gewaschene bzw. frisierte Haare, zum Körperbau schmeichelnde Kleidung usw. Rund um die Tanzfläche spielt der erste Eindruck eine grosse Rolle. Ist so. Es ist bei Gott nicht alles, aber wenn man ansprechend und gepflegt aussieht, hat man viiiieeeeeel mehr Chancen beim Auffordern bzw. aufgefordert werden.
  6. Schweissflecken unter Kontrolle bringen! Uffff! Das ist überhaupt einen eigenen Beitrag wert! Ehrlich! Wer will schon von jemandem angegriffen werden, wenn dessen durchnässte Klamotten an ihm kleben und es von seiner Stirn tropft? Ich weiss, man schwitzt beim Tanzen. Ich schwitze viel sogar. Aber man kann etwas dagegen tun. Ich trage immer ein Unterhemd. Immer. Und manchmal auch ein Sakko oder ein Gilet. Jede zusätzliche Schicht hilft, dass der Schweiss später oder gar nicht zum Vorschein kommt. Und ein Schweisstuch bewirkt Wunder. Ich gehe nie ohne ein Schweisstuch tanzen. Nie. Und wenn doch, dann sollte man Tanzpausen einlegen, damit man sich abkühlt. Abkühlt. Und umziehen hilft auch! Ich habe immer ein frisches T-Shirt oder auch mehrere mit dabei!
    (Ich habe mir gedacht, es klingt cool wenn man Worte wiederholt. Wiederholt.😁)
  7. Beim Tanzen sollte man von Anfang an vorsichtig und aufmerksam miteinander umgehen. Versuche aufmerksam zu sein, die Reaktionen des anderen zu lesen und respektvoll auch Grenzen zu akzeptieren. Das verhindert nicht nur einen ruppigen Start und fördert einen guten Aufbau der Verbindung, sondern wird auch dafür sorgen, dass man sich mit einem Lächeln auch an anderen Abenden begegnet.
  8. Vor allem den Anfang des Tanzes sollte man möglichst mit den „üblichen Verdächtigen“ (Basic Elementen)  gestalten. Damit legt man den Grundstein für einen harmonischen Tanz.
  9. Beide sollten den Platz zum Tanzen gut im Überblick behalten und falls wenig Platz vorhanden ist, ausladende Bewegungen vermeiden.
  10. Falls man doch an dem benachbarten Pärchen anstoßen sollte, muss man sich unbedingt entschuldigen. Falls es ein ärgerer Zusammenstoß war, sollte man nachfragen, ob wohl alles in Ordnung ist.
  11. Bei Lead & Follow Fehlern kann man sich entschuldigen, aber nicht zu oft. Es ist ein Social Dance. Er muss nicht perfekt sein. Allerdings, wenn man merkt, es sind ziemlich viele Fehler, müsste man seinen Stil überdenken und einen Gang zurückschalten, um die „Konversation“ wieder zu etablieren.
  12. Man darf und sollte einander nicht ausbessern. Ausnahme ist natürlich, wenn man höflich nach einem Feedback gefragt wird. Oder wenn man merkt, dass sich der Partner sehr schwer tut und verzweifelt. Dann kann man sehr vorsichtig und taktvoll mit einem einfachen und unterstützendem Tipp helfen.
    Dennoch…der Tanzabend ist dafür da, zu tanzen, das beste aus dem Moment zu machen und seinem Gegenüber das Gefühl zu geben, dass man in diesem Moment die gemeinsame Harmonie sucht und genießt.
  13. Am Ende des Tanzes sollte ein ehrliches „Danke“ ausgetauscht werden. Immer. Eine Umarmung ist nicht selten gesehen. Normalerweise sollte man die Dame bzw. sich einander von der Tanzfläche begleiten und am Rande verabschieden. Nichts ist unangenehmer, als einfach „stehen gelassen“ zu werden.
  14. Es wird erwartet, dass jeder sein eigenes Getränk zahlt. Herren müssen ihre Tanzpartnerinnen nicht auf die Getränke einladen, ausser sie wollen. Anders herum ist es genauso.
  15. Man sollte nicht quer durch die Tanzfläche laufen sondern immer möglichst am Rande der Tanzfläche passieren. Ausnahme ist, wenn man. z.B. etwas auf der Tanzfläche verloren hat (Ohrringe, Halskette…). Es ist manchmal kürzer, Mitten durch die Fläche zu gehen aber garantiert nicht immer schneller. Ausserdem ist es der schnellste Weg, sich ein paar böse Blicke zu „holen“.
  16. Den Tanz tanzt man bis zum Ende! Wenn man den Tanz scheinbar grundlos unterbricht, ist das sehr unhöflich und hinterlässt beim Gegenüber ein unangenehmes Gefühl. Ausnahmen sind natürlich, wenn man sich verletzt hat, oder wenn man bemerkt, dass man zu diesem Lied irgendwie nicht tanzen kann. In diesem Fall sollte man aber mit seinem Tanzpartner/seiner Tanzpartnerin sprechen und bald die nächste Möglichkeit nutzen, um den Tanz zu wiederholen.
  17. Alkohol in höheren Mengen vermeiden! Vor allem wenn man vor hat, viel zu tanzen. Alkohol in hohen Mengen wirft einen Schatten auf all die oben genannten Tipps, denn die Motorik und meist auch das Distanzempfinden leiden sehr darunter.
  18. Es ist ein absolutes NO GO mit einer angezündeten Zigarette auf der Tanzfläche oder in ihrer unmittelbarer Nähe zu stehen. Es ist sehr gefährlich, andere zu verletzen, und die meisten TänzerInnen würde der Rauch seeeeehr stören.
  19. Man sollte immer wieder mit AnfängerInnen tanzen, obwohl man vielleicht schon lange keiner mehr ist. Oder gerade deswegen. Das fördert die Szene! Für den Anfänger ist es wahrscheinlich DAS Highlight des Tanzabends, mit einem der fortgeschrittenen Tänzer/einer Tänzerin zu tanzen. Vor allem dann, wenn man ihn oder sie unterstützt und zeigt, dass uns der Tanz sehr viel Spaß macht. Hier geht es um so viel mehr, als um die Jagd von geilen Tänzen (sorry für den Ausdruck, aber der passt jetzt hier wirklich). Und JEDER/JEDE war mal ANFÄNGER. 😉
  20. Und jetzt kommt noch etwas Wichtiges: Natürlich sollte man sich austauschen, aber über andere „zu tratschen“, sie gegenüber Dritte unangenehm zu kritisieren oder auch Gerüchte zu verbreiten, sind absolute „No Gos“. Dies fördert nur das Misstrauen, das nicht nur beim Tanzen sondern für jede menschliche Begegnung hinderlich ist.
    Auch wenn man eine andere Meinung vertritt und natürlich „Lieblingstanzpartner“ hat, ist es doch wichtig, immer sehr respektvoll und höflich zu bleiben. Auch das Werten und Kritisieren verschiedenster Tanzstile ist für eine tolle Tanzszene sehr hinderlich.
    Suche deinen „richtigen“ Weg, aber versuche dabei auch offen für andere Meinungen zu bleiben!😀

 

Klingt logisch? IST ES AUCH!
Denkst du dir jetzt, dass du das eh schon gewusst hast? Cool! Bitte auch umsetzen. 😃

Wissen zu haben ist nur ein Potential. Wissen anwenden bewegt die Welt!

Wow! Das war jetzt richtig g´scheit, oder?  Manchmal muss ich  Sachen sagen oder schreiben, damit ich weiss, was ich mir gedacht habe, haha.

Diese Tipps sollten dir helfen, dich schnell in deiner Tanzszene als respektiertes und angesehenes Mitglied zu etablieren. Dadurch fühlt man sich noch mehr zugehörig, und es inspiriert andere, sich ähnlich zu verhalten.

Ich will kein Benimmpapst sein. Ich wünsche mir nur, dass du und alle unsere Gleichgesinnten eine möglichst angenehme Zeit auf den Tanzflächen dieser Welt verbringen. Dieser Beitrag soll uns allen helfen.
Es sind sicher noch einige Situationen mehr, die hier angeführt werden könnten. Ich bitte dich zu kommentieren, was dir noch einfällt. Was gehört deiner Meinung nach noch dazu, damit man ein angenehmeres Miteinander auf der Tanzfläche geniessen kann? Und bitte teile den Beitrag im Social Media, damit auch andere davon erfahren, wie wir die Tanzflächen angenehm gestalten könnten, damit die am Anfang angeführten Szenarien nicht allzu oft vorkommen.

Oft sind es die einfachen Sachen im Tanz, die sich am Ende als gar nicht so leicht erweisen.

Diese Tipps sind aber einfach UND leicht!

Mei, wenn sich alle TänzerInnen nur an die Hälfte dieser Empfehlungen halten würden…
Ich sage bewusst „Empfehlungen“. Nicht Etikette. Nicht Benimmregeln.
Empfehlungen.
Tief aus unserem Tänzerherzen. Damit wir alle das Ganze noch mehr geniessen können. Ja, es geht noch mehr. Immer.

Wer auch die Tipps meiner lieben Frau bezüglich Tanzetikette lesen möchte, findet diese in ihrem Blog:

Tanzetikette – Teil 1

Tanzetikette – Teil 2

Dance & Make a Difference