Nein, ich habe mich nicht im Titel verschrieben – es heisst wirklich S.T.A.R.K.K.K.. Es ist nämlich ein Akronym. Eine Abkürzung!

Und wie der Titel schon verspricht, es sind 7 Buchstaben für 7 Schritte, die unser Tanzen richtig STARKKK machen. 😉

Ich habe bereits im letzten Artikel über diese EINE Eigenschaft geschrieben, die alle top Social Dancer gemeinsam haben . All diese Top Dancer haben die Grundlagen von dem jeweiligen Tanzstil verinnerlicht und gemeistert. Denn damit ist der Grundstein gelegt, auf dem ihre gesamte Kreativität basiert.

In diesem Artikel beschreibe ich die 7-Schritte-Strategie, mit der man sein Tanzen eben  genauso stark machen kann.

Der vorige Artikel ist natürlich eine Ergänzung. 😉

Diese 7 Schritte sind aus dem FB Live Video entstanden, das ich vor zwei Tagen aufgenommen habe. Das Ganze ist in unserer Social Dancing Community FB-Gruppe veröffentlicht, in der wir immer wieder solche „Meetings“ veranstalten, in denen wir übers Tanzen fachsimpeln und uns mit den Mitgliedern austauschen. Mitten im Video habe ich gesagt, ich müsste doch einen Akronym aus diesen 7 Schritten machen und et voila – S.T.A.R.K.K.K.!
Gehen wir dann mal gleich zur Strategie! 🙂

Die Strategie, die unser Tanzen STARKKK macht

Die Essenz des besagten vorigen Artikels war die Verinnerlichung der Basic Moves. Wir sollten sie nicht nur tanzen können, sondern auch ihre primäre Funktion richtig verstehen, um immer wieder die bestmögliche Umsetzung reproduzieren zu können. Sonst sind wir auf unser Glück angewiesen. Wir wollen uns aber viel mehr auf unser Können und auf unsere Skills stützen, die wir aus der eigenen Kraft generieren können als auf Glück, oder?

Dachte ich mir…

1. „S“ – Simple Funktion eines Moves

Jedes Element hat eine simpelste Funktion, die beschreibt, was während der Ausführung im Allgemeinen passiert.

Z.B. der Leader dreht am Platz, der Follower passiert den Leader an seiner linken Seite, beide drehen sich gemeinsam im Uhrzeigersinn um seine Achse, der Follower geht auf den Leader zu und geht (dreht) wieder zurück, usw.

Diese Funktion müsste jeder beschreiben können, der keine Ahnung vom Tanzen haben muss. Jeder, der es sehen kann.

Das klingt jetzt banal, das ist mir bewußt. Du würdest dich aber wundern, wie oft diese grundlegende Funktion im Tanzen vergessen wird.
Wie?

Nehmen wir ein simples Cross Body Lead im Salsa. Das ist den meisten Lesern wahrscheinlich ein Begriff. Die simpelste Basisfunktion des CBLs ist, dass der Follower den Leader auf seiner linken Seite passieren soll. Punkt. Aber wenn der Leader während dessen selber drehen sollte, werden die meisten Leader so sehr mit der eigenen Drehung beschäftigt, dass sie die Basisfunktion des CBLs vernachlässigen und den Follower gar nicht an sich vorbei führen. So schnell ist  es passiert, und wir sind von einem „shiny Object“ abgelenkt und erfüllen unsere eigentliche Hauptaufgabe gar nicht mehr.

2. „T“ – Taktik – das WIE

Dieser Schritt beschreibt den effektivsten Weg, wie wir diese Basisfunktion vom Schritt 1 ausführen sollten. Im Falle vom CBL von oben würde es heissen: der Leader dreht seinen Oberkörper nach links und macht damit den Weg (Slot) für den Follower frei, der ihn daraufhin aus der eigenen Kraft passiert und nicht wartet, dass der Leader ziehen muss. Nach dem der Follower den Leader passiert hat, dreht sich der Leader wieder zum Follower zu. Keine komplizierte Tanzwissenschaft, sondern eine einfache funktionbasierte Taktik, um am effektivsten zum Ergebnis zu kommen.

Habe ich irgendwo in dieser Erklärung Schritte erwähnt?
Habe ich Füße erwähnt?
Sagte ich irgendwas über die korrekte Fußtechnik?

Nein! Diese Sachen sind in dieser Phase eine reine Ablenkung vom Wichtigen – von der grundlegenden Funktion des Moves. Sie sind nicht unwichtig, aber auch nicht primär und essentiell für die Funktion.

3. „A“ – Analyse und definieren der kritischen Punkte

Jedes der Basic Elemente eines Tanzes hat ein paar kritischen Punkte bzw. Säulen auf deren dieser basiert. Diese MÜSSEN erfüllt werden, ansonsten findet der Move in dieser Form nicht statt.

Bleiben wir beim Cross Body Lead zwecks Kontinuität. Er hat in meinen Augen 4 Punkte, ohne die es nicht gut ausgeführt werden kann:

1. Beide müssen im gleichen Timing tanzen
2. Der Leader muss zwischen den Counts 2 und 3 seinen Körper nach links drehen
3. Follower muss danach den Leader über die Counts 5 und 6 passieren
4. Der Leader dreht sich zum Follower auf Count 7

That´s it. Diese 4 Dinge MÜSSEN passieren, ansonsten gibt es keinen Cross Body Lead, sondern irgendein zufälliges Derivat.

4. „R“ – Repetition bis zur Verinnerlichung

In diesem Schritt beginnt der Drill! Wir wollen das zu lernende Element möglichst oft bewusst wiederholen mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Erfüllung aller kritischen Punkte. Achtung hier lauert eine gefährliche Gefahr!

Richtig gelesen! Weil sie doppelt gefährlich ist. Manchmal (oder eher oft) haben wir das Gefühl, dass wir alles richtig gemacht haben, weil die Funktion erfüllt wurde. Sie hat eben gedreht, er ist an ihr vorbeigegangen, sie haben um die eigene Achse gedreht usw. Aber das WIE wurde nicht beachtet. Die kritischen Punkte wurden nicht vollständig erfüllt. Wir haben nicht effektiv getanzt.

Im Social Dance können wir sooooo viel schummeln und mit der Kraft unserer Arme die Bewegung unseres Oberkörpers kompensieren und ersetzen (weil es uns leichter fällt), dass wir oft gar nicht merken, dass wir Abkürzungen machen, die eigentlich den Weg verlängern und den Lernfortschritt verlangsamen.

Die Abkürzungen beim Lernprozess im Social Dance führen zu einem viiiiiiiieeeel längeren Weg!

Die nächste Gefahr ist unser Ego, der uns dauernd sagen will, dass wir den Move schon können und gleichzeitig schreit bereits auch unser Ehrgeiz nach dem nächsten neuen Element.

Jetzt bitte nicht falsch verstehen. Es ist oft sogar kontraproduktiv, wenn wir ein und das selbe Element bis zum Umfallen tanzen. Das macht den meisten von uns auch keinen Spaß. Der Prozess soll schon Spaß machen und abwechselnd sein.

Sprich, solange wir uns immer wieder auf diese Basic Elemente und ihre Schwerpunkte besinnen und sie immer wieder (aber nicht nur und die ganze Zeit) sind wir schon auf dem richtigen Weg. Den der Weg ist das Ziel. Wir wollen diesen Prozess auch irgendwie geniessen und nicht immer nur einem Endergebnis nacheifern.

5. „K“ – Kontextveränderung des Moves

In diesem Schritt dürfen wir endlich kreativ werden.
Hier wollen wir herausfinden, auf wie viele unterschiedliche Arten wir den Basic Move ausführen können. Am einfachsten ist es, die Handhaltung zu ändern. Doppelhand, Kreuzhandhaltung, Rechts in Rechts, Rechts in Links usw. Hier gibt es so viele Varianten zum Spielen. Hier gilt es, aus einem Schema und Trott herauszukommen, in dem wir uns vielleicht durch das ständige Tanzen der „Standardversion“ befinden. Hier müssen wir den Schalter umlegen. Das ist nicht einfach. Deswegen heisst dieser Schritt „Kontextveränderung“.
Der ein und derselbe Move wird sich jetzt ganz anders anfühlen.

Das ist gut. Das gibt uns das Gefühl der Abwechslung. Die ist im Social Dance immer gerne willkommen. 😉

6. „K“ – die Kritischen Punkte wieder beachten

Das ist jetzt wahrscheinlich mühsam für die meisten von uns. Quasi back-to-school!
Denn durch die Kontextveränderung, verändert sich ziemlich viel. Dadurch müssen wir uns in dieser Phase unbedingt wieder auf die simple Funktion, die Taktik und die kritischen Punkte besinnen. Dieser Schritt fehlt bei den meisten TänzerInnen. In diesem Stadium glauben wir, dass wir diese Sachen schon können. Also brauchen wir uns damit nicht mehr beschäftigen.

Tüüüüüüüüüüüüüüt!!!!!!
Das war die Warnsirene!

Wir müssen uns immer wieder auf diese grundlegende Bestandteile der Basic Moves konzentrieren und in unserem absoluten Fokus behalten. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass wir ins tänzerische Niemandsland abdriften, wo wir die richtige Richtung nicht mehr erkennen.

7. „K“ – Kreativ werden

YAY!!! Endlich! Happy Dance!
Die lustigste Phase. Die Basic Moves wurden gemeistert und in ihren Standardvariationen und üblichsten Ausführungsvarianten schon oft und erfolgreich durchgetanzt. In dieser Phase fühlen wir uns schon sehr sicher und führen diese Moves sehr komfortabel aus. Wir fühlen uns souverän und STARKKK auf der Tanzfläche.

Jetzt haben wir eine hervorragende und solide Plattform aufgebaut, auf der viel mehr Ausführungsvarianten und Kombinationen aufgebaut werden könnten als wir uns jemals vorstellen könnten.
Cool, gell? Diese 7 Schritte machen unser Tanzen richtig STARKKK!
Es fühlt sich richtig gut an, in dieser Phase seines Tanzens zu sein, das kann ich dir bestätigen. 😉

Aber als „Multiple-Style-Dancer“ fühle ich mich nicht in jedem Tanzstil so. Natürlich nicht. Ich bin ja keine Maschine. Aber ich versuche diesen Prozess immer wieder aufs Neue zu triggern. Jedes Mal, wenn ich es bewusst tue, mache ich einen großen Schritt in meinem Tanzen nach vorne.

Aber wenn mein tänzerischer Ego übernimmt… Tja… dann brauche ich einfach viiiiieeeeel Glück und mehr Zeit für das gleiche Ergebnis…

Diesen beschriebenen Prozess macht man nicht nur einmal und dann nie mehr. So ist das leider nicht gedacht. Das ist ein immer wieder kehrender Prozess.
Eine Formel, die uns immer wieder zum Erfolg und Genuss auf der Tanzfläche bringt. Unsere Tanzgenussversicherungspolizze! 🙂
Was für ein Wort!
Also, willst du dein Tanzen STARKKK machen?

Dann verinnerliche diesen Prozess und mache es dir zu Gewohnheit. Dein Tanzen und deine Tanzpartner werden dir danken.
Glaubst du, dass diese 7 Schritte auch dein Tanzen STARKKK machen könnten, oder habe ich vielleicht etwas ausgelassen?
Wenn du wie ich der Meinung bist, diese Herangehensweise könnte die Qualität und Harmonie auf der Tanzfläche fördern, dann bitte ich dich den Artikel im Social Media zu teilen, damit es auch möglichst viele erreicht. 😉

Sei STARKKK,

Dance And Make A Difference