Ich meine jetzt nicht damit: „Hey, magst du mit mir ein halbes Lied tanzen?“ oder, dass du dich mitten im Lied umdrehst und gehst. Nein.
Ich meine natürlich die zweite Hälfte von einem Lied…
Aaaaaaaa….
Jetzt, wo wir das aufgeklärt haben, können wir uns dem Rest widmen, oder? 😉
Nur ein halbes Lied mit jemanden zu tanzen, bringt viele Vorteile mit sich. Und es gibt keine Nachteile. Ich kenne zumindest keine. Wenn du meinst, ein halbes Lied könnte doch zu kurz sein, verrate ich dir DIE Lösung: tanze einfach das nächste Lied mit dem gleichen Partner. So einfach, gell? 😉

Aber schauen wir uns die Vorteile an, was es uns bringt, ein halbes Lied mit jemanden zu tanzen…

Du willst mit unbekannten TänzerInnen tanzen, du weißt aber nicht, wie der oder diejenige tanzt. Ein halbes Lied bietet sich als optimales „Testen-ob-es-passt“ an. Falls alles gut geht und du es genossen hast, dann kann man das nächste auch noch tanzen. Man sollte aber trotzdem fragen: „Nehmen wir das nächste auch? Das war doch so kurz…“.
Wenn der Tanz nicht so „prickelnd“ war, bedankt man sich und zieht weiter… Das ist keineswegs unhöflich!
Es kann aber passieren, dass der Gegner… oooops… 🙂 der Partner oder die Partnerin natürlich, fragt, ob ihr doch noch einen Tanz nehmen könntet. Diese Frage kann man schon vermeiden, in dem man sich am Ende vom Lied bestimmt aber höflich bedankt und klar zeigt, man will das nächste Lied nicht tanzen. Natürlich ohne irgendwie ungut zu werden. Und wenn das nicht hilft, kann man einfach antworten, dass man eine Pause machen müsste. In dem Fall solltest du aber auch wirklich eine Pause machen. Sonst ist es ziemlich unhöflich. Die andere Person hat keinen Grund beleidigt zu sein, denn du hast gerade mit ihm oder ihr getanzt. Es ist keine klassische Ablehnung.

Du willst mit einem Anfänger oder einer AnfängerIn tanzen, aber willst nicht unbedingt das ganze Lied (in Salsa z.B. kann das Lied seeeeehr lang werden) nur Basic tanzen.
Das ist eine tolle Möglichkeit, die AnfängerInnen zu unterstützen und zu fördern, ohne das Gefühl zu haben, dass du dich „opfern“ musst. Auch, wenn du dieses Gefühl bei einem ganzen Lied auch nicht haben solltest. 😉 Aber das ist ja ein Thema für einen anderen Artikel…
Jedenfalls ist das eine super Taktik, etwas Gutes für deine lokale Szene zu tun!

Du willst eine Pause machen, aber nicht zu lang. Dann tanzt du einfach immer wieder ein halbes Lied… Oder, du erholst dich ein halbes Lied lang. Eine Frage der Perspektive. 😉
Das ist sicherlich etwas, wo ich selber noch so viel lernen kann. Ich bin wie ein Freak auf der Tanzfläche. Vor allem, wenn der DJ einen tollen Set erwischt. Ein Tanz nach dem anderen, keine Pause, die halbe Nacht durch, und dann kommt Conny und sagt, ich würde etwas aufgelöst ausschauen und bin rot im Gesicht. Komisch, oder?
Wenn ich hin und wieder nur die halben Lieder Pause machen würde, würde ich eigentlich noch viel länger tanzen können, ohne aufgelöst zu wirken. Von Schweißflecken und Co ganz abgesehen.
Das ist eine tolle Taktik gegen die Schweißflecken.

Du hast jemandem einen Tanz versprochen (oder er wird von dir erwartet), mit dem du aber nicht unbedingt super gerne tanzt. Hole ihn oder sie für ein halbes Lied auf die Tanzfläche. Damit musst du der Person nicht dauernd aus dem Weg gehen. 😉

Diese Beispiele gelten aber wirklich für ein halbes Lied. Nicht ein viertel, nicht ein sechstel, usw. Je kürzer der getanzte Teil, desto klarer wird es, dass du doch das nächste Stück tanzen müsstest.
Nur so nebenbei erwähnt…

Noch ein Hinweis für alle TangotänzerInnen: dieses Konzept kann man einfach auf eine halbe Tanda (ein Set von drei oder vier Lieder, die zusammengehören) umlegen, statt einem halben Lied. 😉

Es gibt sicher noch einige gute Beispiele, wo sich ein halbes Lied gut bewehren kann. Aber ich wollte diesen Artikel mal zur Abwechslung kurz und schmerzvoll gestalten. Oder war das schmerzlos…? 🙂

(Update nach einer Diskussion):
Ich will nur anmerken, dass Conny und ich diese Strategie nicht (bewußt) anwenden. 😳Einfach weil es für uns keine Rolle spielt, ob es ein ganzes oder ein halbes Lied sein soll. Wenn es doch ein Halbes wird, dann hat es sich eher so ergeben. Wir persönlich sehen diese Zeit nicht als „Opfer“ oder Ähnliches, aber wissen sehr wohl, dass es unseren MittänzerInnen oft so geht. Wir glauben, dass diese Herangehensweise eher Türen und Tore entstehen lassen kann, wo sonst eher hohe Mauer da stehen.
Aber, damit meine ich nicht, dass diese Strategie eine Regel werden sollte! Ich rate maximal 10% von allen Tänzen eines Abends mit dieser Strategie anzugehen. Nicht mehr!
Und wenn man ein halbes Lied tanzen sollte, dann bitte am Rande der Tanzfläche tanzen, nicht durch die Menge bis zur Mitte sich durchwühlen. 😉

Wie auch immer…
Denke darüber nach, wenn du nächstes Mal tanzen gehst. Diese Strategie könnte viel dazu beitragen, dass dein Tanzabend mit viel mehr Freude und viel weniger unangenehmen Situationen gefüllt wird.

Ich bin gespannt, was du davon denkst. Ich freue mich über Kommentare, direkt im Blog oder im FB.

Mach´ keine halben Sachen, 😉
Dance & Make A Difference

P.S. Jetzt ist es offiziell – das ist mein kürzester Sonntagsartikel bis jetzt! 🙂
YAY!!! Ich kann das! 🙂