Wenn wir eine neue Fähigkeit lernen, versuchen wir bewusst oder unterbewusst gewisse Abläufe zu automatisieren. Je früher das passiert, desto eher kreieren wir neue Räume und Ressource für die neuen Fähigkeiten, die wir lernen wollen.

Also, „die Automatisierung“ der Bewegungen ist eine gute Sache?!

Nicht so schnell…

Alles was wir wiederholt tun, gilt als Training. Alles was wir trainieren, wird mit der Zeit automatisiert.
Gewollt oder ungewollt. 

Über die Macht der Gewohnheiten haben wir uns in diesem Artikel beschäftigt…

Basierend auf diesem Artikel, haben wir festgestellt, dass wir dauernd Gewohnheiten kreieren, ob wir das wollen oder nicht. Das passiert einfach. Je mehr wir diesen Prozess selbst steuern und/oder uns dieser Tatsache bewusst sind, desto schneller kommen wir zum Erfolg. Ganz einfach…

Die wichtigste Frage ist dabei: „Was soll ich zuerst automatisieren?“

Man hat nur begrenzte Ressourcen und man kann sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren. dann
Wir müssen also filtern und Prioritäten setzen.

Es ist natürlich stark vom Tanz abhängig, den man erlernen will. Aber die üblichen Verdächtigen wären:
Timing,
-Körperposition- bzw. Haltung,
-bestimmter Charakter der Bewegung (smooth, bouncy, usw.),
-die Ausrichtung und das Raummanagement, usw
.

Diese bilden eine solide Grundlage für alle Figuren und Bewegungen, die man sich im Laufe seiner Tanzkarriere aneignen will.

Und da liegt auch die Herausforderung. Sowohl die tanzlehrende als auch die tanzlernende Person müssten immer wieder diese Grundlage auf die Oberfläche holen und sich diesen Themen widmen. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass wir einen Bierkistenturm bauen, der kein gutes Fundament hat und der irgendwann umfällt. 

Es ist wie bei einem Tetris-Spiel – wenn wir die unteren Bereiche nicht „bereinigen“, fällt uns die Decke auf den Kopf.
Im Tanzen heisst es also…Achtung, revolutionäre Erkenntnis im Anflug… , dass die neuen Informationen normalerweise schnell die alten überschreiben, wenn wir die Alten nie wiederholen.

In meinem Unterricht habe ich in den letzten Jahren diesbezüglich viel experimentiert und getüftelt. Die eindeutige Erkenntnis daraus ist, dass es einen großen Unterschied ausmacht, wenn wir diese erwähnten fundamentalen Grundlagen regelmässig in den Vordergrund rücken.

Das ist natürlich nicht immer so lustig wie neue Figuren zu erlernen, aber auf lange Sicht ist es essentiell.
Speziell im Social Dance, wenn man mit unterschiedlichen Partner tanzt, muss man diese Grundtechniken beherrschen. Oft sind das die einzigen Dinge, auf die wir uns verlassen können, wenn beim Tanzen „alle Stricke reissen“. 

Je länger wir tanzen (in Monaten oder Jahren gemessen), desto mehr sollten wir uns auf diese Grundlagen besinnen.

Mir ist es absolut bewusst, dass es meistens leichter fällt einfach neue Moves zu lernen, statt an der Grundtechnik zu feilen.
Ich will auch nichts beschönigen. Es geht aber nun mal kein Weg an den Grundlagen vorbei, wenn man langfristig eine schöne und angenehme Zeit auf der Tanzfläche verbringen will. Punkt.
Wir entdecken auch jedes Mal etwas Neues, wenn wir uns damit beschäftigen. Es ist wie eine bodenlose Schatzkiste – es gibt immer etwas Spannendes zu entdecken. 

Je früher man das akzeptiert und sich damit identifiziert, desto schneller kommt man an sein Ziel heran. 😉

Dig the Basics,

Dance And Make A Difference