Es gibt ziemlich viele unterschiedliche Auffassungen, was „Advanced Dancing“ wirklich heisst. In diesem Artikel werde ich die Auffassung von Conny und mir wieder geben. Vielleicht passt sie zu deiner Auffassung, vielleicht nicht. Aber ich bin definitiv daran interessiert zu erfahren, was andere darüber denke. Nur so kann man die eigene Meinung evaluieren. Dazu etwas später. 😉

Woher wissen wir also, dass wir zu den Advanced TänzerInnen gehören?

Ich führe zuerst ein paar Kriterien an, die für mich definitiv nicht massgeblich sind.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du hauptsächlich Workshops besuchst, die „Advanced“ heissen.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du viele Figuren und Moves kannst oder kennst.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du 3 mal die Woche tanzen gehst.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du nur mit guten PartnerInnen tanzen darfst.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn deine Outfits denen der Advanced TänzerInnen gleichen.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du bei einem Festival unterrichten darfst.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn du bei einem Festival auf der Bühne stehen/tanzen darfst.

Du bist nicht automatisch Advanced, wenn, wenn, wenn… Ich könnte ewig weiter aufzählen.
Das Hauptwort hier ist automatisch.
Viele der aufgezählten Sachen zeigen aber schon den Weg zum Advanced Level. 😉

Das Prädikat Advanced sagt etwas über das Level unserer Skills, Einstellungen und unseres Auffassungsvermögens aus, Tanztheorie mit Praxis auf der Tanzfläche zu verbinden.

Ich gebe dir ein Beispiel aus meinem eigenen Leben. Ich könnte wahrscheinlich in den meisten Tanzstilen die meisten Advanced Level Workshops oder sogar Master Classes „überleben“ und durch die meisten Moves hindurch kommen.
Dennoch, fühle ich mich in manchen Tanzstilen nicht annähernd advanced, trotz dieser Tatsache. Kizomba ist für mich da ein gutes Beispiel.

Warum?
Weil mir in manchen Stilen einfach die Routine fehlt. Anders gesagt, es fehlt mir die Zeit, die ich auf der Tanzfläche verbringe, in der sich gelernte Konzepte zu automatisieren beginnen. Es fehlen die Tanzkilometer. 🙂

Vor allem aber fehlen die Kilometer der bewussten Practice, bei der man bewusst und fokussiert an einem bestimmten Konzept übt, es dadurch inhaliert und in die eigene Bewegung aufnimmt. Und das braucht eine gewisse Zeit. Diese kann man mit Talent und viel Arbeit verkürzen – aber nie ersetzen!

Doch es gibt einen Faktor, der vielleicht wichtiger ist als die Tanzkilometer.
Etwas, das nicht so offensichtlich ist…
Etwas, das uns hilft, „das wahre Advanced Level“ zu erreichen:

Die Einstellung im Kopf

Es stimmt, je besser wir unseren Körper (oder den des Partners) physisch unter Kontrolle bekommen, desto klarer, einfacher und „korrekter“ unser Tanz im Allgemeinen. So weit so gut.
Aber…

Physische Fähigkeiten helfen uns nur, etwas schneller zu erreichen, das wir uns in unserem Kopf vorgestellt haben. Ändern wir diese Vorstellung, ändert sich alles.

Effizienz trifft auf Effektivität und Bam!
Da haben wir unsere „Killer-Kombi“!

Ich habe lange genug geglaubt, wie so viele andere, dass ich hauptsächlich durch „Training“ besser werde.
Conny wiederum hat versucht, mich davon zu überzeugen, dass ich zuerst meine Einstellung zur Materie anpassen muss und dann käme erst das Training.

Neeeeeein, sagte ich! Sie hätte einfach keine Ahnung!

Tanzen lernt man nur durch tanzen selbst- Punkt!

Wie sehr ich mich da geirrt habe!

Ein Gedanke von Dax Hock, einem der angesehensten Lindy Hop Tänzer in der internationalen Szene:

Ich tanze so wie ich tanze, weil ich so denke, wie ich denke.

Sprich, kein Training der Welt wird das Bild sonderlich verändern, das ich zu malen versuche. Aber eine ganz andere Idee im Kopf kann dieses Bild massgeblich verändern, nicht wahr? Es kann das Bild zu einem ganz anderen transformieren!

Eine sehr gute Technik kann dies nicht. Sie kann uns helfen, das Bild korrekter, schöner, präziser, klarer oder schneller zu malen.

Aber es bleibt das selbe Bild…

Bis zum Intermediate Level sammeln wir Grundideen, Informationen, Techniken, Figuren und entwickeln gewisse (körperlichen) Fähigkeiten, um auf der Tanzfläche eine passable „Figur“ abzugeben und gewisse Sicherheit und Komfortzone auszubauen.

Um Advanced Level zu betreten, gehört auch eine Evaluierung und höchstwahrscheinlich Umprogrammierung der vorhandenen Glaubenssätze und Meinungen dazu, die man auf dem Weg mitgenommen hat.

Woher wissen wir, dass unsere Meinung richtig ist, die wir in einem Punkt vertreten?

Jetzt kommen ein paar Zeilen zum Nachdenken…

 

 

 

 

Und? Hast du eine Antwort darauf?

Wie wäre es damit – wir testen unsere Meinungen, in dem wir sie mit Meinungen anderer vergleichen.

Du hast es erraten: dafür müssen wir die Meinungen anderer zuerst hören (wollen) und uns auch eine gewisse Zeit geben, sie wirklich zu verstehen, damit diese bei uns auch ankommen.

Warum sage ich das?
Zu oft haben „Advanced TänzerInnen“ ganz klare Meinungen und Einstellungen, die sie nur schwer oder gar nicht in Frage stellen und schon gar nicht ablegen, wenn sie eine andere hören oder lesen. Wie schade…

Um uns (und unser Tanzen) vom Intermediate zum Advanced Level zu „transformieren“, würde es sehr helfen, wenn wir alles was wir bisher gelernt haben noch einmal überblicken, hinterfragen, Zusammenhänge herstellen und uns und unseren Lehrern die richtigen Fragen stellen.

Vor allem eine Frage eignet sich immer gut – die Frage „WARUM?
Nur, weil jemand etwas gesagt habt, muss das auch nicht korrekt sein, egal was für einen Ruf diese Person hat. Dies gilt für uns alle!

Fazit

Advanced zu sein bedeutet für mich viel mehr als fähig zu sein, Advanced Moves zu tanzen.

Je besser wir die Prinzipien verstehen, desto eher werden wir sie auch meistern und aus denen unser eigenes Ding entwickeln. Die Regeln kennen und beherrschen, um sie zu brechen oder gar ändern…

Es bedeutet, einen „Advanced State of Mind“, die richtige Einstellung im Kopf zu besitzen, die uns verschiedene Bilder (mit den gleichen Bausteinen) malen lässt.

Einen eigenen Stil zu entwickeln  das bedeutet auch Advanced Sein für mich.

Dies geht leichter, wenn man über ein Verständnis verfügt, wie die Bausteine des Tanzstiles ausschauen und funktionieren und wie man sie dann miteinander verbindet, um etwas eigenes und einzigartiges daraus zu basteln.

Advanced zu sein heisst für mich aber auch unterstützend und nett zu den Newcomer und AnfängerInnen zu sein.

Denn Advanced zu sein, bedeutet auch eine Verantwortung, ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. Je besser wir als TänzerInnen von anderen empfunden werden, desto mehr dienen wir auch als Vorbild und als jemand, nach dem sich andere messen. Wir selber können in (fast) jedem Moment entscheiden, wie wir auf andere wirken und wie wir sie und ihr Tanzen prägen wollen.

Das kann dem einzelnen egal sein oder auch nicht. Es ist aber Tatsache, dass man beobachtet wird und andere TänzerInnen prägt, die sich wünschen, ähnliche Fähigkeiten zu besitzen. Die Frage ist, was man mit dieser Information machen will.

Meine 2 Cents dazu:

Manchmal muss/kann/darf/soll man Dinge tun, die man in diesem Moment vielleicht nicht so gerne tun würde… Dinge, die uns aber helfen, Ziele zu erreichen, die wir uns schlussendlich wünschen.

Ein Beispiel könnte sein, so zu tanzen, dass wir unserem Partner ein Lächeln ins Gesicht zaubern wie auf dem Titelfoto oben… 😉

 

Make your partner smile,
forget about the level,
open your mind, heart and soul,
Dance And Make A Difference

 

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