Da gibt es eine spezifische Eigenschaft, die alle großen Performer (im Tanz, Kunst, Sport usw.) gemeinsam haben – sie visualisieren ihre besten Performances in ihrem Kopf!
Sie Visualisieren den ganzen Prozess ihrer Performance schon bevor es passiert. Die besten von ihnen betreiben es systematisch, bewusst und extrem durchdacht. Es ist auch mit der Grund, warum sie die besten sind…Das habe ich selbst jahrelang praktiziert und tue es immer noch. Macht mich das zu den besten meiner Branche?
Nicht wirklich.
Aber es hilft mir zur besten Version meiner selbst zu werden. Mir reicht das.


Wieso ist das Prä-Visualisieren wichtig?

Es soll unseren Körper und Geist auf unsere beste Version konditionieren und vorbereiten. Es hilft uns, ein klares Ziel zu finden und es dann auch zu verfolgen. Es katapultiert uns in den Zustand unserer besten Leistungen, die sich meist ausserhalb unserer Komfortzone befinden. Durch das Visualisieren dieses Zustandes nähern wir uns dieser Performance und gewöhnen unseren Körper und Geist daran, wie sich das anfühlt.
Vor allem Visualisieren wir dadurch, wie sich das Gefühl danach anfühlt. Einfach toll und erfüllend!


Was sind die Vorteile?

Das beste daran ist dessen Zeit- und Ressourceneffizienz. Wir brauchen dafür keinen besonderen Raum, keine Utensilien oder einen Partner. Alles, was wir dafür brauchen, haben wir immer bei uns. Unseren Geist und unsere Vorstellungskraft. Und wir können es praktisch immer betreiben.

Damit schlägt diese Methode wahrscheinlich alle anderen in ihrer Effizienz!

Sie bildet aber auch die Basis und das Fundament für die eigentliche Umsetzung in Praxis. Wenn wir eine Art Performance bereits in unserem Kopf durchgegangen sind, dann befinden wir uns auf dem klaren Weg zur Umsetzung. Es gibt keine Zweifel mehr. Es gibt keine Angst mehr. Es gibt keine Hürden mehr. Wir haben sie alle beseitigt. In unserem Kopf. Aber es zählt. Fürs Erste…

Wir werden bereit, selbstbewusst und motiviert.

Wie soll man es im Social Dance umsetzen?

Es gibt mehrere Anwendungen für diese Methode:

Visualisieren einer besonderen Technik.

Visualisieren eines besonderen Moves.

Visualisieren eines besonderen Looks.

Visualisieren eines besonderen Zustands.

Im letzten Artikel habe ich über die schlechten Bewegungsgewohnheiten geschrieben und wie man sie wegbekommen kann. Die Methode des Prä-Visualisierens kann da auch extrem hilfreich sein.
Denn diese lästigen „blinden Passagiere“ sind hartnäckig und wollen einfach nicht weg. Da braucht es viele Ressourcen, um sie mit neuen, gewünschten Bewegungen zu ersetzen. Da glänzt die Methode des Visualisierens sehr!

Hier sind die notwendigen Schritte, um das beste daraus zu ziehen:

Wie soll das Endergebnis ausschauen?

Je nach dem für welchen Anwendungsbereich wir das Visualisieren einsetzen wollen, so soll man eine klare Vorstellung im Kopf haben, wie das Ziel ausschaut.
Ein Beispiel:
Wenn es ein besonderer Move oder eine Figur sein soll, dann sollen wir zumindest theoretisch wissen, wie „das Ding“ ausgeführt wird. Wir müssen nicht unbedingt fähig sein, es praktisch umzusetzen. Aber wir sollen uns klar sein, welche die nötigen Schritte (nicht buchstäblich) der Ausführung sind.

Wenn es eine Doppel- oder Dreifachdrehung sein soll, dann sollten wir alle Faktoren, die dafür notwendig sind, berücksichtigen. (richtige Haltung, Arm- und Fußbewegungen usw.)

Visualisiere die ganze Umgebung und alle Umstände deiner „Performance“.

Wünscht du dir einfach fließend und stressfrei zu tanzen, ohne Druck, ob du dich wohl an alle Moves erinnern kannst? Willkommen in unserem Klub! 😉
Dann visualisiere, wie du mit deinem Wunschpartner oder Partnerin in deinem Lieblingsklub zu deinem Lieblingslied tanzt. Stelle dir genau vor, wie du von einer Bewegung in die nächste übergehst. Von einem Element zum nächsten. Und es fließt dahin. Stelle dir auch genau alle Hand- und Positionswechsel vor, die man sonst auch macht, um in die anderen Figuren zu kommen. Vermeide den Grundschritt im Visualisieren. Wir wollen einen nahtlosen Fluß der Tanzelemente, ohne Flußunterbrechung.

Wenn es z.B. ein Auftritt ist, für den du dich vorbereitest, stell dir die Bühne, das Bühnenlicht, laute Musik und das Publikum vor. Visualisiere die Ankündigung des Moderators, die Rufe deiner Freunde, den Applaus. Sogar den Geruch des Saals. Jedes Detail hilft, um dich auf diesen Moment vorzubereiten. Stell dir vor, wie du über die Bühne voller Anmut schwebst und mit perfekten Linien und in Harmonie mit deinem Partner strahlst und das Publikum begeisterst. Merke dir dieses Gefühl.
Dieses wird dich immer wieder antreiben und motivieren, mehr zu trainieren und dein Bestes zu geben. Mehr brauchst du nicht tun, als dein Bestes zu geben, oder? 😉

Visualisiere es mit laufenden Musik

Nächster Schritt ist, das Ganze mit laufender Musik zu machen. Das versetzt dich näher zur Realität. Es ist eine Verbindungsstrasse von der vollkommenen Virtual Reality zu der richtigen Realität.
Probiere es im Einklang mit dem Charakter, Feel und Timing der Musik, die gerade spielt, dir die perfekte Ausführung der gleichen Moves oder der Choreographie vorzustellen.
Damit kommst du dem Wunschergebnis noch näher.

Simulieren der Moves, als würde man mit dem „Luftpartner“ tanzen 


O, das lässt uns ganz komisch ausschauen. Wenn der vorige Schritt die Strasse zur Realität war, dann ist dieser bereits die Brücke zur Realität.
Wir kommen dem Ganzen schon sehr nahe. 😉
Du hast sicher die Sportler (z.B. die Skifahrer) im Fernsehen vor ihrem Auftritt beobachtet, wie sie ihren Lauf simulieren und im Kopf durchgehen, um sich darauf zu konditionieren.
Dieses Stadium ist extrem wichtig, da wir uns an gewisse Schlüsselpassagen bereits im Kopf gewöhnen und ihnen in einer geschützten Umgebung begegnen. Wenn wir mit diesen Passagen dann in der Realität tatsächlich konfrontieret werden, ist es weniger wahrscheinlich, dass wir überrascht werden und reflexartig (ungünstig) reagieren.

Je intensiver dieser Prozess des Visionierens im Vorfeld betrieben wurde, desto pro-aktiver können wir in diesen Momenten agieren statt nur reagieren!

Simulation mit der Musik

Der nächste logische Schritt ist natürlich die Kombination der beiden letzten Schritte. Sprich, wir werden diesmal aktiv die Tanzbewegungen (ohne Partner) ausführen (simulieren) aber diesmal mit laufender Musik.
Wir kommen der Realität immer näher.
Jetzt bekommen wir ein besseres und realistischeres Gefühl, ob wir richtig liegen. Geht sich der Move mit der Musik aus oder nicht?
Variiere die Geschwindigkeit der Musik. Wenn du strauchelst, dann nimm langsamere Musik.
Das letzte, was wir wollen, ist uns irgendwelche Wischi-waschi-Moves zu prägen. Es soll schon möglichst richtig und nachvollziehbar werden.

Wenn ich unsere Showchoreografierten simuliere, fange ich hin und wieder an, mich über gewisse Passagen drüber zu schummeln und sie ungenau und einfach nur irgendwie auszuführen. Da ist viel Verbesserungspotential versteckt. Das sind genau die Schlüsselpassagen, die den Unterschied in der allgemeinen Sicherheit ausmachen.
Da muss man nachboren. Und genau das ist oft lästig. Man will ja im Flow bleiben. Verständlich. Trotzdem ist es wichtig.

Kombinieren aller Schritte zusammen

Jetzt kommen alle Schritte zusammen.
Wir nehmen den letzten Schritt und kombinieren ihn mit den ersten zwei Schritten.
Wir simulieren aktiv und mit Musik. Dabei visualisieren wir alles rundum auch. Unseren Partner und seine Reaktionen auf unsere eigenen Bewegungen, die Location, das Licht, die Blicke der Umstehenden Leute, die Gerüche. Einfach alles. Je mehr desto näher der Realität. Je näher der Realität, desto fitter sind wir für den Moment der Wahrheit. Wenn wir tatsächlich im Klub oder sonst wo tanzen. Drama.

Kurz vor den Auftritten gehe ich oft meine Choreografie vor dem laufenden Fernseher oder offenen Fenster durch. Ich lasse mich absichtlich von unterschiedlichen Sachen ablenken und trainiere damit meine Standfestigkeit in der Choreo.
Ich trainiere damit auch meine Körperintelligenz. Der Körper prägt sich alle notwendigen Bewegungen ein. Dadurch bin ich viel fitter in den Momenten, wo ich auf Unerwartetes reagieren muss.
Wenn ich mir sicher bin, strahle ich auch Sicherheit auf meine Partnerin aus. Dann haben wir beide mehr Ressource uns auf andere oft vernachlässigte Bereiche des Tanzes zu konzentrieren. Spaß und so. 😉
Use your Imagination,

Dance And Make A Difference

P.S. Kennst du schon unsere FB-Gruppe Social Dancing Community?
Ich lade dich und alle Interessierte ein, unserer brandneuen kostenlosen Facebook-Gruppe SOCIAL DANCING COMMUNITY beizutreten. Diese Gruppe soll ein Ort werden, an dem sich gleichgesinnte TänzerInnen treffen, ihre Erfahrungen austauschen und auch voneinander lernen. In diesem spezifischen Blog fehlt uns ein wenig der Austausch, da die Kommunikation meistens in eine Richtung stattfindet. In dieser Gruppe aber sehen wir eine Chance des besseren Austausches, wo wir uns mehr mit den speziellen Herausforderungen und eventuellen Problemen unserer Community beschäftigen können. Wir veranstalten dort immer wieder LIVE-Videos in denen wir die Themen aus diesem Blog noch mehr vertiefen, um sie mit allen Mitglieder zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Gerade letzten Freitag hatten wir eine LIVE-Videolesson über die weiteren Tipps zur Bekämpfung der unerwünschten Bewegungen im Social Dance!
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