Nein, ich will dich bei Gott nicht vom Tanzen abhalten. Das ist wohl das Letzte, was ich möchte. Ich will in erster Linie, dass es für dich der beste Tanz des Abends wird. Was sagst du jetzt? Hand hoch, wer sich viele solche Tänze wünscht.
Das dachte ich mir…

Im Laufe der Jahre haben wir viel beobachtet, selbst „getestet“ und daraus einiges gelernt, wie man das Beste aus einem Tanz herausholen kann.
Denn meist geht es den TänzerInnen beim Tanzen nicht per se um das Tanzen selbst,  oder?
Den meisten geht es um den Spaß und das Wohlgefühl, welches man DURCH das Tanzen bekommt. In Wirklichkeit ist das Tanzen selbst nur das Tool dazu.

Und jetzt verrate ich dir ein Geheimnis – uns geht ´s auch so! 😀

Ja, wir machen das professionell. Ja, wir leben davon und ja, definitiv ja – wir machen es, nur weil es uns und unseren TänzerInnen so viel Freude bereitet und unsere Leben bereichert. Vor allem aus diesem Grund sind Conny und ich da, wo wir gerade sind und geniessen ein paar der Früchte, die wir seit Jahren sähen. Aber ein Werkzeug kann nur dann gut und lange dienen, wenn man es auch wartet und richtig einsetzt. Mit anderen Worten – du willst auch wissen, wie du dein Werkzeug einsetzen kannst, um das beste Resultat zu erzielen.
Wow, das hat ja fast g ´scheit geklungen. 😀

OK, was sind denn die 7 Dinge, die ich wissen muss, um möglichst viel Spaß im Social Dance zu haben?

  1. Gepflegtes Äußeres

    Ja, es hat einen Grund warum es an erster Stelle ist und nein, es hat nichts mit deinem Gewicht, Hautfarbe, Teint oder der Größe deiner Nase zu tun. Es geht einfach um den ersten Eindruck. Wenn wir den versemmeln, tun wir uns beim zweiten Eindruck deutlich schwerer. Umgekehrt kann man sich getröstet weiter auf die tanzspezifischen Dinge konzentrieren. 😉
    Gepflegtes Äußeres heisst einfach, dass man im Grunde geduscht, frisiert, frisch angezogen, gut duftend und lieb lächelnd aus der Wäsche guckt. 😉

  2. Respektvolles und freundliches Auffordern

    Ich weiß, ein „No Brainer“ eigentlich, oder? Leider muss man es immer wieder ansprechen, da es anscheinend viele doch vergessen. Manche tun sogar so, als würden sie an einem Fließband arbeiten.
    Manchmal vergessen wir in der Hitze eines Socials, dass wir mit richtigen Menschen UND ihren Emotionen zu tun haben und nicht nur mit ihren physischen Körper.
    Ja, Emotionen… Der Grund warum wir das Ganze überhaupt tun.
    Also, probiere mit einem lächeln auf die Person zuzugehen, die du auffordern willst und spreche ein paar einfache magische Worte aus: „Magst du tanzen?“  Und wie so oft, es ist ziemlich unwichtig was man sagt, aber sehr wichtig wie man es sagt. Mit einer versteinerten Miene kannst du jemandem die grössten Komplimente aussprechen, aber er wird es dir wahrscheinlich trotzdem nicht ganz abnehmen, oder?
    Ein freundliches Lächeln im Gesicht wiederum und eine sanft ausgestreckte Hand (die aber nicht zu nahe und aufdringlich ist) bewirken auch ihre Wunder. 😉

  3. Auf den richtigen Count den Tanz starten

    Jaja, noch ein „eh klar!“, oder? Wenn es so ist, wieso sehe ich immer noch so viele TänzerInnen, die in die ersten Taktschläge hetzen, sobald sich ihre Hände berührt haben? Als würde eine Stoppuhr ab dem Moment ticken, wo man den Partner oder die Partnerin berührt. Lass dir Zeit, nehme die Tanzhaltung an, schwinge ganz sanft ein wenig hin und her und höre aufmerksam auf die Musik, um den richtigen Einsatz zu finden. Wie lang soll das dauern? Es ist egal! Die meisten Männer beeilen sich in dieser Phase zu sehr, damit sie nicht als unentschlossen oder unerfahren in den Augen der Dame wirken. FALSCH!
    Wenn sich die Jungs am Anfang eines Tanzes Zeit lassen, werden sie eher als aufmerksam, ruhig und erfahren empfunden. Im Social Dance geht es nicht ums Tänzesammeln. Es geht auch nicht um die effektive Tanzzeit. Es geht um das Gesamterlebnis. Und so wie jede gute Geschichte – es beginnt mit einem lockeren Intro, dann geht es zum Hauptakt, und es wird mit einem tollen Finish beendet.
    Wir können/sollen uns nicht leisten aus dem Rhythmus zu tanzen, nur weil wir uns am Anfang unnötig beeilt haben. Diese sanfte Anfangsphase gehört einfach zu jedem Social Dance dazu!

  4. Den Tanz mit einem „Small Talk“  beginnen

    Wie in einem guten Gespräch, beginnen wir meistens zuerst mit einem simplen: „Hallo, wie geht ´s dir? Wie war dein Tag? Was gibt ´s Neues bei dir?“
    Umgesetzt auf den Tanzdialog würde es heissen, dass du den Tanz mit einem sehr simplen Vokabular anfangen solltest. Sprich – mit den einfachsten Elementen, um für den sicheren und harmonischen Start in den Tanz zu sorgen. Intro eben!
    Die Devise am Anfang eines Tanzes soll heissen: „Die Bewegung des anderen kennenlernen und möglichst viel daraus lernen, damit man weiß, wie man den Rest vom Tanz gestalten soll.“ Dieser Part wird leider oft übersprungen. Entweder, weil der Leader seine Tanzdame beeindrucken will, oder, weil er diesen Tanz einfach als die Fortsetzung des vorherigen Tanzes mit einer anderen Partnerin sieht. Es ist eine neue Geschichte! Mit einem neuen Anfang und dem Rest der Geschichte, der sehr von dem Anfang abhängig ist!

  5. Für Abwechslung sorgen

    Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber mit ein wenig Aufmerksamkeit in die richtige Richtung bekommt man auch diesen Part leicht hin. Abwechslung heißt, dass wir zwischen Links- und Rechtsdrehungen, dann zwischen gelaufenen Drehungen und Drehungen am Platz, Damen- und Herrendrehungen und natürlich zwischen zackigen und fliessenden Bewegungen balancieren usw.
    Kontrast & Abwechslung im Social Dance heißt nicht unbedingt: „Ich muss mehr Figuren lernen!“
    Es heißt, die wenigen Elemente und Figuren strategisch gut zu kombinieren, so dass sie eine harmonische und ausbalancierte Mischung bilden.

  6. Das Tanzlevel des Gegenübers berücksichtigen

    Das ist ein Biggie, das wir alle immer wieder vergessen. Manchmal tanzen wir einfach gleich wie immer, egal wer uns gegenüber tanzt.
    Da ist etwas Gefühl gefragt. Vielleicht auch Zurückhaltung. Am besten aber Beobachtung!
    Gesichtsausdruck und Mimik während des Tanzens sagen sehr viel darüber aus, wie sich eine/r im Moment fühlt. Das übersehen wir oft in der Hitze des „Gefechtes“! Ein gelegentlicher Blick und Augenkontakt bewirken oft Wunder in der Verbindung zweier TänzerInnen.
    Ja, es ist so einfach. 😀

  7. Sich im Tanz tänzerisch verwirklichen

    Wie jetzt? Aber unter Punkt 6) steht, dass man sich zurückhalten muss, um sich an den Gegenüber anzupassen.
    Nicht ganz so!
    Nur weil man mit einem Anfänger tanzt, heißt es nicht, dass man fad und komplett Styling-befreit tanzen soll. Absolut nein! Egal, ob es um eine Dame oder um einen Herren geht, trotzdem ist es möglich, aufeinander zu achten, obwohl man den Tanz für sich geniessen darf und soll. Wir sollen ja beide beim Tanzen unseren Spaß haben!
    Wenn ich mit einer Anfängerin tanze, berücksichtige ich ihr Tanzlevel in dem ich Basic Elemente tanze, aber ich tanze die Elemente. Ich „hatsche“ nicht unmotiviert durch die Gegend, um mich anzupassen. Ich tanze. Sie soll ja merken, dass auch ich meinen Spaß habe und das natürlich trotz der einfachen Figuren. Oder gerade deswegen?  😉
    Umgekehrt funktioniert das auch… fortgeschrittene Damen sollten unbedingt lebendig und stylisch mit den Anfänger tanzen, anstatt möglichst einfach, um ihn ja nicht zu erschrecken.
    Wo bleibt da der Spaß?
    Hier aber auch natürlich alles mit einem gewissem Maß. 😉

    Ab jetzt hast du unsere Erlaubnis, immer nach Spaß beim Tanzen zu suchen. 😀

    Das waren sie: die 7 Tipps, die du unbedingt wissen musst, bevor du dich auf die Tanzfläche begibst.
    Gehe sie bitte noch einmal durch. Noch besser – schaue sie dir immer wieder an.
    Ja, du hast sicher einige der Tipps schon gekannt… Vielleicht alle. Aber ich garantiere dir, dass du sie sicherlich nicht immer alle umsetzt. Ich tue es auch nicht immer. Weil wir Menschen und keine Maschinen sind. Manchmal sind wir eben unkonzentriert und handeln impulsiv oder auch unüberlegt. Das ist die Story of my Life! Frag ´ Conny… 😀

    Das macht aber gar nichts!

    Solange wir immer wieder versuchen, die beste (Tanz)Version von uns selbst zu werden, sind wir auf einem guten Weg.

    Ich bin überzeugt, dass diese Tipps sicherlich eine bessere Tanzversion aus uns allen machen würden, und jeder und seine PartnerInnen ihre Tänze noch mehr geniessen würden.

    Meinst du nicht?
    Oder hast du andere Tipps?

    Ich ermutige dich, diesen Beitrag mit möglichst vielen zu teilen, da ich es für ein essentielles Thema im Social Dance halte. Wenn das möglichst viele verfolgen würden, würden wir alle noch viel angenehmere Tanzabende verbringen!
    Ja, es geht noch mehr. 😉

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