Wie viele Tanzunterrichtsstunden hast du bereits genießen können? Sehr viele? Nur wenige?

Egal wie deine Antwort ausfällt, die Chancen stehen relativ hoch, dass du mehr aus ihnen herausholen hättest können.

Ich weiß, dass es bei mir definitiv stimmt, denn ich habe bereits unzählige Tanzstunden hinter mir. Mit der Zeit werde ich jedoch im „Destillieren“ von jenen Dingen immer besser, die für mich und mein Tanzen mehr oder weniger von Bedeutung sind.

Dieser Artikel wurde von Jamin Jackson inspiriert, der über ein ähnliches Thema auf seinem Blog geschrieben hat. Nun möchte ich gerne ein paar eigene Gedanken dazu schreiben.

Aufmerksamkeit

Dieses Wort begleitet mich in meinem Tanzen und Leben schon so lange. Das verdanke ich meiner lieben Conny, die mich jeden Tag daran erinnert, wie wichtig die Aufmerksamkeit unseren Mitmenschen gegenüber für uns selbst und unsere Umgebung ist. Conny ist eine wahre Weltmeisterin darin!

Was hat das mit dem Unterricht zu tun?
Nur alles!

Nicht nur aus den offensichtlichen Gründen – wenn du besserim Unterricht aufpasst, nimmst du mehr Wissen daraus mit. Das meine ich hier nicht, auch wenn es natürlich stimmt.
Stell dir vor, du bist in einem Gespräch und dein Gegenüber hört dir interessiert zu und ist aktiv im Gespräch. Angenehm, oder?

Und jetzt stell dir vor, dein Gegenüber schaut immer wieder weg, schaut auf das Handy, unterbricht dich und unterhält sich immer wieder mit anderen Personen rundherum.
Weniger angenehm, oder? 😉
Du wirst in der Nähe von so jemandem unruhig und nervös und fühlst dich nicht beachtet und willst einfach nur weg. Wahrscheinlich empfindest du diese Person auch alsrespektlos, stimmt´s?

Tjaaaaa, so ähnlich ist es auch im Tanzunterricht. Wenn du dich in der Stunde (zu) viel mit deinem Partner unterhältst, hast du naturgemäß weniger Aufmerksamkeit für die lehrende Person.

Dementsprechend wird der Tanzlehrer dazu tendieren, unruhig und unkonzentriert zu werden, da er oder sie immer wieder fast um Aufmerksamkeit kämpfen muss. Es leiden der Unterricht und dein Lerneffekt. Punkt!

Ich verstehe es ja auch. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich in meinem Unterricht nicht streng bin oder so. Die Leute verbringen ja bei mir in den Kursen ihre Freizeit und wollen einfach eine gute Zeit miteinander haben. Völlig verständlich...

Es gibt aber eine Grenze und wenn man die überschreitet, beginnt man seine Umgebung zu stören und man hilft seinem eigenen Lernfortschritt auch nicht mehr weiter. Man stört die Paare, die aufmerksam aufpassen, und der Tanzlehrer (oder die Tanzlehrerin) wird durch eine unruhige Gruppe auch nicht sein oder ihr Bestes zeigen können.

Aufmerksamkeit unserer Umgebung gegenüber ist die Lösung für so viele Probleme und Situationen auf dieser wunderbaren und etwas verwirrten Welt. 😉

Ego und Eitelkeit sind „der Teufel“

Ufff! Diese Erkenntnis habe ich nahezu jeden Tag. Diese zwei Eigenschaften stören uns im Vorankommen in unserem Leben tagtäglich. Wir merken es nur nicht.

Wir glauben manchmal, dass diese zwei Eigenschaften uns schützen, aber es ist genau das Gegenteil, meiner Meinung nach.

Hier ein paar Beispiele:

Wir hören in einer Stunde etwas, das wir bereits kennen und schalten automatisch ab.

Uns gefällt eine Bewegung im Kurs nicht ganz, und wir führen sie daraufhin nur widerwillig und unmotiviert aus.

Wir glauben, die unterrichtende Person unterrichtet etwas falsch und unsere Ansichten diesbezüglich sind konträr. Daher nehmen wir kaum noch etwas vom Unterricht wahr (auch nicht von den guten Sachen).

Warst du jemals in einer Tanzunterrichtsstunde in so einer Situation?

Ich persönlich bin schuldig in allen Punkten! Und es gibt noch sooooooviele andere Beispiele.

Folgende Worte habe ich bereits in einer oder anderen Form mehrmals gesagt und geschrieben:

Wir tragen unsere Meinung tagtäglich mit uns wie in Rucksack und verteidigen sie ständig, als wäre sie etwas Fixes. Unser Kopf ist aber deswegen so rund, damit die Meinung ihre Richtung fließend ändern kann. 😉

Denke bitte kurz darüber nach…

Wie oft sind wir einem neuen Ansatz gegenüber verschlossen, weil wir glauben, wir müssen unsere bisherige hart verdiente Meinung und unser Mindset einfach abgeben.

Es gibt kein Abgeben – nur Ergänzen und Optimieren!

Die meisten von uns werden von einer Veränderung herausgefordert. Oft empfinden wir es sogar unangenehm, wenn wir uns und unsere Wahrnehmung zu einem Thema umorientieren und die Welt mit einer neuen Linse sehen sollen.

Na jaaaa, das nennt man auch Weiterentwicklung… 😉

If it doesn´t challenge you, it doesn´t change you.

Fazit

All diese Dinge übe ich tagtäglich und scheitere darin regelmäßig. Aber die Lektionen, die ich dabei lerne, und die Menge an Erkenntnissen sind es jederzeit wert. Mit der Zeit wird man darin immer besser und man bekommt sooooo viel mehr von der Zeit zurück, die man bewusst und aufmerksam investiert hat.

Es gibt keine schlechte Unterrichtsstunde – es gibt nur den Unwillen, das Beste daraus mitzunehmen.

In den schlechten Stunden kann man genauso viel lernen, wie in den guten. Man muss nur sein Gehirn anders orientieren und sich auf eine andere Art und Weise herausfordern.

Damit wirst du auch das beste Vorbild und eine wahre Inspiration für deine MittänzerInnen in der Community. 😉

Das ist doch etwas wert, oder? 😉

Make the best out of your class,
Dance And Make a Difference