Das ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der Leader im Social Dance – wie merke ich mir diese ganzen Figuren und wie tanze ich die dann nahtlos und im Fluß.
Es gibt so viele unterschiedliche Handhaltungen, unterschiedlichen Raumrichtungen, Linksdrehungen, Rechtsdrehungen, am Platz, gelaufen, sie dreht, er dreht, beide drehen, huiiiiii!!!

Man sieht oft den Wald vor lauten Bäumen nicht. Oder ist es umgekehrt? Egal, es sind einfach viele Sachen, die manchmal ziemlich überfordernd sein können. Das Problem ist, wie so oft bei Überforderung, dass wir uns alles auf einmal ansehen und von dem Gesamten erschlagen werden. 

Wir müssten also die Figur in kleinere „Projekte“ zerlegen. 

Das wichtigste bei einer Figur ist der Start!

Du musst zuerst wissen, welche Art der Tanz- bzw. Handhaltung du dafür brauchst. Das ist essentiell! Ohne dem ist der Rest unwichtig…

Ideal ist es auch, wenn du stressfrei und fliessend in diese Handhaltung kommst. Wechselst du nämlich unter Stress und zu spät in die gewünschte Handhaltung, hängt eine große dunkle Wolke über deiner Figur.
Ein fließender Start ist also von primärer Bedeutung!

Danach kommt die räumliche Ausrichtung. Soll die Figur am Platz (oder blockierend), links   oder rechts am Leader passieren? Im Standardtanzen müsstest du dementsprechend entscheiden, ob die Figur links oder rechts drehen soll. Je entschlossener und fokussierter du diese Raumrichtung in deine Bewegung umsetzt, desto höher die Chance in eine Art Flow zu kommen.
Dieser Flow hat eine magische Wirkung auf unseren Tanz, da wir ab diesem Zeitpunkt wie so in eine Art Autopilot kommen, wo viele Bewegungen ohne unser extra Zutun passieren.  Ähnlich zu den Dominosteinen, die nach einander umfallen. 

Diese zwei Aspekte jeder Figur sollten meiner Meinung nach unseren größten Fokus geniessen. Der Rest sollte sich diesen zwei Faktoren eindeutig unterordnen. 

Das heisst, dass wir damit unseren Fokus hauptsächlich auf diese zwei wenige Sachen lenken sollen, wenn es um das Kreieren unserer Figuren angeht. 

Ich habe diese Herangehensweise unzählige Male in meinen Kursen getestet, und jedes Mal hat sich diese Herangehensweise bestätigt.
Woran es oft scheitert ist der fehlende Glaube, dass es tatsächlich funktioniert. Wenn wir uns aber selbst davon überzeugen, dass es sehr wohl funktioniert, dann kommen wir in den sogenannten „Halb-Autopiloten-Modus“.
Wie bei diesen Elektrofahrädern – das Radl fährt schneller und länger, als man tatsächlich tritt.

Dieser Effekt tritt eben auch bei diesem „selektiven Fokus“ auf.
Man muss aber auch daran glauben. 😉

Have a good start,
Dance And Make A Difference