Es ist eine Woche seit meinem ersten Blogbeitrag vergangen, und ich muss euch sagen, äh schreiben, es war eine super Woche!
Ich habe meine Komfortzone ausgedehnt, und es fühlt sich toll an. Kann ich jedem nur empfehlen! Man muss nur gleich dazu sagen:
Wirklich toll fühlt sich die Ausdehnung der Komfortzone erst danach an!

Aber das ist wiederum ein  anderes Thema und für einen weiteren Blogbeitrag 😉
Hey, es ist erst der Anfang und ich bin schon von unserem Thema abgekommen.Du wartest wahrscheinlich, dass ich endlich schreibe, welches Wort unser Tanzen so sehr verändert und geprägt hat.

OK, das Wort ist
               Aufmerksamkeit!
Ja, genau, man muss sehr aufmerksam sein, um es lesen zu können… oder gute Augen haben. 😃
Die Moral der Geschichte: wenn man gute Augen hat, muss man nicht aufmerksam sein. 😃
Nein, im Ernst, dieses Wort ist mittlerweile mein Held!
Und ich habe es mal gehasst!
Am Anfang unserer Tanzkarriere, haben wir gar nicht so schlecht getanzt, aber Conny hat gemeint, es würde etwas fehlen. Ich, natürlich wie die meisten Männer, habe gedacht: Es ist eh alles super! Was hat sie denn?
Sie wiederum hat gemeint, ich wäre während des Tanzens nicht ganz bei ihr.
Super!
So jetzt, sag mir bitte, was kann ein Mann, der gerade beginnt zu glauben, dass er dieses „Tanzding“ beherrscht, damit anfangen? Genau!
Ungefähr so ziemlich sehr nicht viel. (Hast du dich an diese Schreibweise schon gewöhnt?)
Es nervt ihn! Genau genommen, es hat mich wahnsinnig gemacht! Weil ich es nicht verstanden habe.
Wir haben sehr viel diskutiert… Sprich – gestritten, aber so etwas schreibt man nicht in einem öffentlichen Blog… Und wie das so ist, diese „Sache“ beim Tanzen nimmt Einfluss auf die ganze Beziehung, ob man es will oder nicht.
Jedenfalls liebe ich meine Frau, und dadurch versuche ich sie besser zu verstehen… Ich probiere zuzuhören, probiere es zu ändern, scheitere, noch einmal zuhören, probieren, Vollgas scheitern… Es ist ein Sprung aus meiner Komfortzone hinaus, es kostet mich Überwindung ohne Ende und siehe da:

Ich wurde aufmerksam!

Zumindest so viel, dass Conny viel weniger genörgelt hat! 😃 YES!!!
(Sie hat andere gute Gründe gefunden zu nörgeln, aber dafür ist jetzt kein Platz in diesem Post 😃)
Und eines muss trotzdem gesagt werden, vor der ganzen Thematik war ich der Meinung,
ich wäre immer aufmerksam manchmal.
(Schon wieder einer dieser Sätze)
Jedenfalls dieses „manchmal“ hat mich dann erwischt…
Ich hatte gedacht: man ist entweder aufmerksam oder nicht. Es gäbe nichts dazwischen.
Die Essenz der ganzen Geschichte hier ist:

Man kann nicht aufmerksam genug sein.

 
oder auf Dado´s Sprache :

Man kann immer aufmerksamererererer werden 🙂

Es geht immer mehr als man glaubt. Mit jedem Quäntchen mehr davon kreieren wir eine schönere Oase aus unserer Umgebung, aus unserem Alltag.
Es kostet aber emotionale Kraft, manchmal Überwindung. Aber ich sehe es vielmehr als eine Investition.

Aufmerksam zu sein ist eine Investition in menschliche Beziehungen und damit in unser eigenes Leben!

Und wir alle wissen, dass sich das immer „auszahlt“ ohne manchmal 🙂
Du willst jetzt wahrscheinlich wissen, was das jetzt genau mit dem Tanzen zu tun hat…
Nur alles!

 Hier sind ein paar negative Beispiele, wenn man beim Tanzen NICHT aufmerksam ist:

  1. Er führt für sie zu schwere Figuren und merkt nicht, dass sie überfordert ist,
  2. Sie ignoriert seine Führung, weil ihr gerade nach etwas anderem zumute ist,
  3. Er passt die Art seiner Figuren nicht an sie an (Größe, Tanzniveau, vielleicht ein langes Kleid am Ball, ihre Friseur…)
  4. Sie „überstylt“ den Tanz mit einem Anfänger und verunsichert ihn dabei
Auf der anderen Seite wieder, was erleben wir, wenn wir mit jemandem aufmerksam umgehen?
Die Dankbarkeit unseres Gegenübers! Das geniessen wir natürlich wieder. Wenn unser/e Tanzpartner/in dankbar wegen unserer Aufmerksamkeit ist und den Tanz deswegen genossen hat, wird er oder sie eine bessere Meinung von uns als Mensch haben. Man wird in weiterer Folge als Wunschpartner/in  in der Szene „gehandelt“. Damit macht man sich in einer Tanzszene sehr beliebt. Wer wünscht sich das nicht? Und das ist nur ein Aspekt davon. Es gibt viel mehr positive Nebenwirkungen.
Die Welt durch die Augen des anderen zu sehen kostet uns natürlich gewisse emotionale Überwindung, vor allem beim Tanzen. Es macht aber unser (Tanz)Leben spannender, wertvoller, bedeutungsvoller.

Es ist sicher nicht leicht, aber es macht alles leichter!

Ich muss jetzt selber eine Pause machen… Was für ein Gedanke!

OK, weiter…
Man kann jetzt darüber diskutieren und versuchen, mich davon zu überzeugen, dass es beim Tanzen andere Dinge wichtiger sind.
Die nackte Wahrheit ist:

Hätte ich mein Verhalten nicht geändert, wären Conny und ich heute wahrscheinlich nicht mehr zusammen!

Und jetzt die obligatorischen freien Zeilen, damit man den oberen dramatischen Satz verarbeiten kann 🙂
Ich habe aber eine gute Nachricht: man kann das Ganze lernen! Es sind die kleinen Sachen, die viel ausmachen. Social Dance jeder Art nimmt uns sehr viel „Arbeitsspeicher“. Angefangen mit Koordination & Motorik, geistige und nicht zuletzt emotionale Ressource. Und dann kommt noch diese Aufmerksamkeit. Boah!!!
Nur die Ruhe, wir kommen langsam zur Auflösung…
Lassen wir uns durch den großen Wald nicht blenden. Schauen wir uns die einzelnen Bäume an.

Was sind jetzt endlich die einfachen Tools, mit denen wir beim Tanzen aufmerksamer werden?

 
 
  1. Einander beim Tanzen ansehen.
    Klingt banal? Du wärest überrascht wie oft wir Dinge im Leben NICHT machen, von denen wir gleichzeitig überzeugt sind, dass wir sie sehr wohl machen. Man sollte einander nicht unbedingt dauernd direkt in die Augen schauen, aber die Person, mit der wir tanzen, bewusst im Blickfeld zu behalten, ist schon super!
    LindyJungle-1620380
  2. Einander beim Tanzen hin und wieder ein ehrliches Lächeln schenken.
    Ja, ehrliches. Nicht dieses Cheeeeeese – Lächeln fürs Foto. Ein Lächeln mit dem wir unserem Gegenüber zeigen, das wir ihn bemerken und die Zeit mit ihm geniessen. Zu oft hat man beim Tanzen diesen „Baby-auf-dem-Topf-Blick“. Lassen wir einander wissen, dass wir lebendig sind, dass dieser Tanz nicht nur einer von vielen, sondern einzigartig ist!

    Potty Train Two
    ThaliaLatina-1400041
  3. Durch Beobachtung auf die Körpersprache und Reaktionen des Gegenübers reagieren, weil sie meist das Wohlgefühl bzw. Unwohlsein reflektieren.
    Das bedeutet, dass der eigene Tanzstil unbedingt aneinander anzupassen ist, egal wie schwer uns das im Moment fällt
    Showdown_2012_DVD_Menü_Bild_Kinder (1 von 1)
  4. Probiere verschiedenes aus, beobachte Reaktionen und versuche sie zu deuten.
    Die Bewegungen speichern, die sich harmonisch anfühlen (und sie immer wieder tanzen) aber auch aus dem Gegenteiligen lernen, und es nächstes Mal vermeiden.
    P1650405

Klingt einfach – ist es auch!

Uns hat diese Eigenschaft unglaublich viele Tore im Leben geöffnet, und sie tut es weiterhin. Nicht nur uns – JEDEM, der es sich zu Aufgabe macht auf seine Umgebung mehr zu schauen, als es seinem eigenen Ego lieb ist!
Auch die Wahrnehmung des anderen in seiner eigenen Weltsicht zu integrieren und dadurch eine komplett neue Wahrnehmung entstehen zu lassen…ja, das ist Aufmerksamkeit… Diesen Aspekt hat mein Lieblingswunderwuzi (Conny natürlich) in  diesem Blogbeitrag sehr schön und inspirierend zusammengefasst. Ein MUST READ…
Es hat einen wichtigen Grund, warum dies das Thema unseres ersten wirklichen Blogbeitrags ist.

Aufmerksamkeit ist DAS zentrale Element in unserem gemeinsamen Leben.

Das Leben ist ein Tanz…   (Das musste jetzt natürlich sein 😃)
Also ist es auch ein zentrales Element in unserem gemeinsamen Tanzen.
Ohne „aufmerksam“ gibt´s kein „Miteinander“, ohne „Miteinander“ keine Harmonie, ohne Harmonie…
Du ahnst, wo ich damit hin will…

Wenn es beide im Social Dance (oder im Leben) umsetzen, ist das der Punkt, an dem die Magie beginnt. Und die Magie hat keine Grenzen.

Wie der Titel des Beitrags sagt, es hat unser Tanzen komplett verändert und seit dem geprägt und uns zu den Tänzern gemacht, die wir heute sind. Und uns gefällt es, wo wir heute sind 🙂
Es ist so ein Ding wie mit den Handys: man kann sich nur schwer vorstellen, wie man früher ohne auskommen konnte.
Unsere Umgebung geniesst es und damit wir selber auch, unser Herz spürt es und damit der Kopf auch…

Fang jetzt an, aufmerksamererererer zu werden. Immer und nicht nur manchmal und hör nie damit auf.
Dein Leben wird dir danken…

Wir hoffen, dass du mit dem Ganzen etwas anfangen kannst. Bitte, teil uns deine Erfahrungen mit dem Thema mit. Wir wollen es wirklich wissen! Entweder im Kommentar unten, oder einfach ein direktes Mail, wenn es zu privat zum Teilen ist. Wir wollen es einfach hören und wissen, wie es (unseren) TänzerInnen geht.
Bis nächsten Sonntag. 😃
Dance & Make A Difference