Verbindest du das Wort „verführen“  so wie ich mit einer eher positiven Wirkung?
Falsch gedacht!

Laut Duden bedeutet das Wort „verführen“: „Jemanden dazu zu bringen, etwas Unkluges, Unrechtes oder Unerlaubtes gegen  seine eigentliche Absicht zu tun – ihn zu verleiten und zu verlocken – natürlich auch sexuell gesehen.“

OH Mann…das musste ich erst mal verdauen!
Wie kam es überhaupt dazu, dass ich das Wort gegoogelt und mich näher damit auseinander gesetzt habe? Es war schlicht eine Recherche, um einen Artikel auf eine Zeitschriftenanfrage zu schreiben, der sich mit dem Thema „Verführung am Tanzparkett“ beschäftigen sollte.

Nun gut…das Ganze hat mich so sehr beschäftigt, dass es mir ein Bedürfnis war, mal eine Frage in den Raum zu stellen:

Was verstehst du unter Verführung?
Und wie stehst du zur Verführung auf der Tanzfläche?

Ich selbst nämlich habe dieses Wort – ohne mir der Bedeutung im Duden bewusst zu sein – oft in den Mund genommen und eigentlich etwas anderes damit gemeint.

Was bedeutet „verführen“ für mich?

Verführen war für mich gleich bedeutend mit – sich zur Hingabe und zu, Genuss verleiten zu lassen – im Sinne von einem Switch off des logischen Denkens hin zum Hören auf das Bauchgefühl und den inneren Bedürfnissen.

Somit war für mich das Verführen eine Hilfe, den Weg vom logischen Denkprozess hin zu einem inneren Bedürfnis zu ebnen.

Im Tanz sehe ich die Musik als Verführung Nummer 1!  Es spielt ein cooles Lied, ein toller Rhythmus oder auch ein grooviger Sound, und ganz unbemerkt beginnt sich unser Körper zu bewegen. Er wiegt im Takt und verliert die logische Verknüpfung zu unserem Gehirn. Die Hemmungen werden aufgelöst, und es folgt ein losgelöster Schwebezustand im Gefühlsrausch – zumindest is es das, was hin und wieder passiert und viel öfter zumindest von mir erwünscht wird. 😉

Diese Hingabe zur Musik treibt mich als Tänzerin immer wieder an. Egal ob im Paartanz oder alleine auf der Fläche, ich suche die Verführung im Rhythmus, die meine Gedanken treiben lässt.

Im Social Dance möchten wir mit verschiedensten Partnern diesen musikalischen Genuss gemeinsam und harmonisch genießen. Auch wenn dort das Verführen mehr zu einem gegenseitigen Zueinander führen wird, und jegliche Anzüglichkeit fehl am Platz ist, so gibt es doch immer wieder jene Momente, in denen wir uns gegenseitig dazu verleiten, immer weiter die Umgebung auszublenden.

Natürlich kann Tanz auch die Vorstufe zu einer intimeren Beziehung sein. 😉 Doch primär steht für mich dieser Punkt im Social Dance auf der öffentlichen Tanzfläche nicht im Mittelpunkt.

Dennoch bin ich mir bewusst, dass meine Sicht der Dinge vielleicht durch die Lebens- und Tanzbeziehung mit Dado ein bisschen vernebelt ist. 😉

Deswegen bin ich jetzt neugierig! 🙂

Was bedeutet für dich „verführen“?
Und was bedeutet für dich die Verführung im Tanz?

Erlebst du den Tanz selbst als Vorstufe zu einer intimeren Beziehung?
Oder fühlst du dich vielleicht durch die Verführung bzw. Erwartung von anderen Menschen im Tanz bedrängt?

Ich freue mich schon sehr auf deine Meinung und bin für jede Art von Gedanken sehr dankbar.
Dance And Make A Difference

Alles Liebe,

Conny