Social Dance kann man grösstenteils mit einer Fremdsprache vergleichen. 

Ganz oft lernen wir eine Fremdsprache aus Büchern oder über Audio-Geräte, bevor wir uns eigentlich jemals mit einer Person in einem echten Gespräch unterhalten. 

Wir lernen die Regeln, das Vokabular und die „Sitten & Codes“ der Sprache bzw. des Landes, in dem man die Sprache spricht. Und irgendwann trauen wir uns in der Öffentlichkeit das Erlernte auch anzuwenden.

Was zu viele Leute im Social Dance meiner Meinung nach verpassen, ist der Teil, wo sie „die Sprache“ alleine lernen dürfen/müssen/sollen. Wo sie an ihren eigenen Fähigkeiten arbeiten, die nichts mit dem Partner zu tun haben. 

Diese Fähigkeiten umfassen gewisse elementare Säulen eines Tanzstiles, wie zum Beispiel Timing, Balance, Aufrichtung, Rahmen, aktive Körperhaltung, flinke Füße, räumliche Ausrichtung – um nur einige zu nennen. 

Keine dieser Fähigkeiten haben mit deinem Partner zu tun und gleichzeitig wirken sie sich direkt auf ihn oder sie aus. 

Vorteile, wenn du ohne Partner/in übst

Ja, du hast es erfasst, all diese Fähigkeiten kannst du entwickeln und lernen, ohne einen Schritt mit deinem Partner zu tanzen. 

Eigentlich solltest du sie sowieso ohne „Ablenkung“ entwickeln. Wir können uns nur auf ein paar wenige Sachen im Tanzen fokussieren. Je mehr Faktoren wir gleichzeitig berücksichtigen wollen, desto weniger können wir siw tatsächlich steuern bzw. trainieren. 

Während wir zur Musik UND mit unserem Partner tanzen, passieren in sehr kurzer Zeit unglaublich viele Sachen. Zu viele, um bewusst irgendetwas davon zu trainieren. Je weniger „Ablenkung“ du hast, desto fokussierter kannst du dich auf einen gewissen Aspekt des Tanzens konzentrieren und diesen Bereich fokussiert und bewusst trainieren. 

Es ist mir bewusst, wie komisch und vielleicht „nicht richtig“ es sich anfühlt, wenn du ohne Partner und vielleicht sogar ohne Musik alleine im Wohnzimmer tanzt. 

Manchmal fühlt es sich eben nicht ganz richtig und bequem an, wenn wir das Richtige tun.

Dieser Satz verfolgt mich in den letzten Tagen und zeigt mir, wie oft in unserem Leben das tatsächlich stimmt. 

Aber nur so werden wir unser (Tanz)Potential ausschöpfen. Davon bin ich fest überzeugt.

Je früher wir diese „komische“ Elemente der Lernphase akzeptieren und als Teil des Prozesses annehmen, desto früher werden wir den gesamten Prozess zu geniessen und zu schätzen beginnen – und desto eher werden wir alle anderen scheinbar talentiertere TänzerInnen „überholen“. 

Denn die wenigsten tun das in Wirklichkeit.

Die wenigsten nehmen sich ein wenig extra Zeit (ohne Partner), diese oben genannten Fähigkeiten (Balance, Timing usw.) zu trainieren. Und sie werden dennoch recht passabel oder gut. Stell dir jetzt vor, wenn sie auch noch regelmässig an ihren Solofähigkeiten arbeiten würden. Wie gut wären sie erst dann…

Nehmen wir uns ein Beispiel von einem Tennisspieler oder einen Boxer – wenn er oder sie gut werden will, reicht es nicht, wenn man immer nur gegen jemanden spielt oder boxt. 

Man muss einiges an Training ohne den „Sparing Partner“ unternehmen, um das Gesamtaparat auf das Level zu bringen.

Fehlender Partner als Ausrede

Zu viele im Social Dance reden sich darauf aus, sie hätten keinen Partner und deswegen können sie nicht gut werden. 

Süüüüß… bestenfalls…

Unsere West Coast Swing Instruktorin Elisabeth hat nie einen fixen Partner gehabt und lebt in einer Stadt, wo WCS in den Kinderschuhen steckt. Sie hat es trotzdem geschafft, bei den internationalen Competitions bis zum Advanced Level zu kommen. Hier ist sie in Action:

Sie hat das mit dieser Herangehensweise geschafft, die ich in diesem Artikel beschrieben habe. 

Dieses Mindset macht einen kleinen riesengroßen Unterschied – wie man sieht. 😉

Fazit

Also… willst du im Social Dance besser werden?

Dann warte nicht auf jemanden, mit dem du üben kannst. Es gibt genug Aspekte im Tanzen, die du ohne Partner trainieren kannst. Tu es einfach! 

Das kannst du jederzeit und überall tun. Du musst nicht einmal irgendwas tun, sprich dich bewegen. Du kannst Tanzmusik bewusst hören und sie versuchen zu verstehen. Du kannst bestimmte Bewegungsabläufe im Kopf durchgehen. 

Du kannst aber irgendwann doch von der Couch aufstehen und Moves, Drehungen, Footwork oder Bodymovement üben. Das alles kannst du praktisch überall, alleine und jederzeit tun. 

Finde jetzt eine gute Ausrede… 😉

Ich hoffe, dich mit diesem Artikel motiviert und inspiriert zu haben, dich einfach zu trauen und keine Ausreden zu suchen, warum etwas in deinem (Tanz)Leben gerade nicht geht. Suche lieber nach den Tools, mit denen es doch geht. Ein paar von denen findest du in diesem Artikel oder in unserer Online Social Dancing Academy. 😉

Just do it,
Dance And Make A Difference