Jeder Lernprozess bringt so seine Herausforderungen mit sich, oder? Sei es auf der kognitiven, körperlichen oder emotionalen Seite, die Herausforderungen sind da. Manchmal sind alle diese Seiten gleichzeitig angesprochen. Beim Tanzen, zum Beispiel! 
Uiiii!!! Gleich ins Schwarze schon beim ersten Versuch!

Wir beobachten unsere TänzerInnen beim Lernen seit Jahren und stellen immer wieder fest, dass es beim Tanzen lernen nicht nur ums Tanzen geht. Tanzen kompensiert oft heimliche Wünsche, Sehnsüchte oder Bedürfnisse welcher Art auch immer.
Geht es dir nicht auch manchmal so, dass sich nach einem tollen Tanzabend deine Tagesverfassung um einiges verbessert hat?

Mir auch!

Aber passiert es dir auch manchmal, dass sich nach einem nicht so tollen Kurs- oder Tanzabend (aus welchem Grund auch immer) deine Stimmung verschlechtert hat? Egal, wie gut es dir vorher gegangen ist?

Mir auch!

Ich verrate dir jetzt zuerst ein anderes kleines Geheimnis: Allen TänzerInnen geht es so! Ob sie es wahrnehmen oder nicht! Aber Tanzen hat einen starken Einfluß auf unsere körperliche und seelische Verfassung. In beide Richtungen – positiv UND leider auch manchmal negativ. Weil wir einfach sehr viel von uns selbst durch das Tanzen projizieren, bilden sich daraus auch gewisse Erwartungen. Erwartungen an uns selbst, an unseren Partner oder Partnerin oder an unsere Umgebung.

Noch ein Geheimnis wird jetzt gelüftet:

Das alles kannst du steuern!

Das machen wir, in dem wir unseren Zugang zum Tanzen oder zum Tanzenlernen etwas hinterfragen.
Eines meiner wichtigsten Lebensmottos lautet:

Hinterfrage dich selbst bevor es die anderen tun!

Ein Beispiel…

Was ist das Hauptziel eines z.B. Salsa Basic 2 Kurses?

 

 

 

Ein paar Zeilen zum Nachdenken und dann kommt schon die Antwort wie geschossen: „Um die neuen Figuren und Schritte zu lernen. Oder?

📢📢📢📢📢 FALSCH!!!

(Das ist der Sound dieser Sirene, wenn man bei einem Fernsehquiz die falsche Antwort gibt) 😀

Das Hauptziel vom Basic 2 ist, die Elemente vom Basic 1 zu wiederholen und sie zu festigen, denn es ist gut möglich, dass auf denen die nächsten Elemente aufbauen.
By the way, noch eine Geheimnisentlüftung – es ist tatsächlich so! 😉

Ja, im Basic 2 lernt man auch neue Bewegungen und Elemente, aber das ist nicht das Hauptziel von diesem Level.
Ich wiederhole für alle Misstraurischen:

Das Lernen neuer Figuren ist nicht das Hauptziel des nächsthöheren Kurslevels! Das Hauptziel ist das Festigen und Automatisieren der Elemente des unteren Kursniveaus!

Noch eine Frage…

Was ist dann das Ziel eines Salsa Basic 3 Kurses? Festigen von den Elementen vom Basic 2? Schon, oder?

…Schweigen

Komm schon, was jetzt? 

die Antwort ganz leise: „Hmm… Eigentlich sollte das Hauptziel eines Salsa Basic 3 Kurses sein, dass alle Teilnehmer des Kurses ohne viel nachzudenken, die Elemente des Salsa Basic 1 tanzen können…“
…Und dabei natürlich ein paar neuartige Figuren und Bewegungen dazulernen… Aber nicht primär! Das Gewicht wird immer wieder auf das Festigen der Basics gelegt!“

Okeeeeey! Got it!
Aber wenn das so ist, wie ist das dann im Basic 4? Da sollte man wahrscheinlich die Elemente vom Basic 2 oder 3 festigen, oder wie?

Fast sehr gut! 😀
Meiner Meinung nach, sollte man im Salsa Basic 4 die Elemente vom Salsa Basic 1 fast im Schlaf tanzen können. Sie sollen so automatisiert sein, dass wir fähig sind, diese Elemente mit jeder Partnerin oder jedem Partner fliessend und einwandfrei zu tanzen. Wenn das noch nicht so ist, befindet man sich im falschen Kursniveau. Punkt!

Im Social Dance geht es nicht um möglichst große Ansammlung von Trophäen, Nadeln, Medaillen oder Abzeichnungen. Es geht auch nicht darum in welchem Kursniveau man gerade lernt.
Dies vergisst man zu oft, weil man dem eigenen Eifer hinterher rennt. Das hat Conny in unserem letzten Artikel so gut beschrieben.

Beim Social Dance geht es für uns in erster Linie darum, mit verschiedenen PartnerInnen möglichst fliessend und angenehm auf tänzerischer Ebene kommunizieren zu können und sich dabei auch noch wohl zu fühlen. 

Und der Weg dorthin geht am schnellsten, in dem du deine Prioritäten hinterfragst. Manchmal ist die offensichtliche Antwort nicht immer die richtige…

Also, noch einmal konkret, was ist wirklich das Geheimnis vom stressfreiem Tanzenlernen?

Das Geheimnis des stressfreien Tanzenlernens liegt im Automatisieren der Basicelemente eines Tanzes!

Jeder Tanz hat so seine Ebenen und Schichten. Das Trügerische dabei ist, dass man sich meistens 3 Ebenen höher befindet als dort, wo man eigentlich wirklich arbeiten sollte. Mit anderen Worten, wir sollten immer weiter zurück schauen, als es uns lieb ist und sollten diese Elemente automatisieren, von denen wir geglaubt haben, dass wir sie schon längst beherrschen. Dies ist leider meistens eine Illusion. Denn eine Figur mit deiner Partnerin einfach mal tanzen zu können, oder diese Figur zu beherrschen und sie jederzeit und mit jedem und jeder einwandfrei tanzen zu können, sind zwei verschiedene Dinge.

An einem Social Dance Abend gibt es so viele Faktoren, die auf uns Einfluss nehmen, dass wir nur das Tanzen, was unser Körper aus dem FF tut. Hin und wieder schaltet sich das Hirn ein und probiert uns Figuren zuzuflüstern, aber das geht nur soso. Bei mir zumindest.

Nur das, was man bis dorthin automatisiert hat, funktioniert auf der Tanzfläche immer gut.
Dafür führen gute Basics ohne Umwege zu mehr Selbssicherheit, Selbstbewusstsein, Kontrolle und damit wieder zu mehr Kreativität, Abwechslung und nicht zuletzt Spaß!

Wir sind überzeugt davon!
Ich stelle gerade fest wie wenig Smileys ich in diesem Artikel habe im Vergleich zu den anderen. Es ist auch ein Zeichen, wie ernst es mir bei diesem Thema ist.

Denn wir wünschen uns nichts mehr, als dass unsere TänzerInnen (und alle anderen) möglichst so viel Spaß auf der Tanzfläche haben wie Conny und ich!

Und die Basics, die hinter uns liegen werden unseren Tanzweg, der noch vor uns ist, bestimmen!

Mit diesem philosophischen Satz beende ich den Beitrag und lasse dich mit deinen Basic alleine. 😀 (Da ist ein Smiley!!!!)

Practice Basics, Dance & Make A Difference! 😉