Musik, Tanz und Emotion bilden ein dynamisches Trio, das einen wunderbaren Kreislauf bildet. Das eine treibt das andere voran und vice versa – ein ständiger Kreislauf. 

Wovon ich mir aber vor allem mehr auf den Tanzflächen wünsche (und auch in vielen Shows), ist die Emotion

Dieses berühmte Gefühl

Die Emotion macht einen Tanz einzigartig… eine korrekte Technik und Ausführung helfen natürlich sehr, aber der Tanz hört nicht bei einer korrekten Ausführung auf! 

Genauso wie ein schönes Bild, ein gutes Buch oder ein Song im Konzert. Wenn du nichts dabei verspürst, dann ist es einfach nur ein Bild, nur ein Buch oder einfach nur ein Song. 

Es reicht schon eine bestimmte Stimmung, in die du dadurch versetzt wirst. Es muss keine nennenswerte spezifische Emotion sein. Das macht aber den totalen Unterschied. 

Aber ohne die Emotionskomponente… na ja, der Tanz wird meiner Meinung nach nur eine nette Art und Weise, Kalorien zu verbrauchen und Zeit zu vertreiben aber nicht viel mehr…

Glaubst du, ich wäre damit etwas zu hart?

Schon möglich… Ich meine es aber keineswegs beleidigend oder wertend irgendjemandem gegenüber.

Ich glaube einfach, dass viele TänzerInnen diese Komponente in ihrem Tanzen übersehen und sich viel zu lang viel zu sehr auf die „bright shiny objects“ konzentrieren und zu wenig auf die eigentliche Magie im Social Dance – die Emotion.

Das trifft meiner Meinung nach auch für Showdance, Choreography dance etc. zu – vor allem dort, weil das Publikum sich genau nach dieser Emotion sehnt.

Klar, alles zu seiner Zeit, aber für viele wird dieser Teil immer weiter aufgeschoben oder gar unterschätzt.

Wie fördert oder findet man Emotion im Social Dancing?

Na ja, das Wort Emotion wurde aus dem Wort „Motion“, also Bewegung gebildet. 

Dementsprechend kommt aus mehr Bewegung mehr Emotion, oder?

Richtiiiiiig!!!

Aber langsam und der Reihe nach…

Musikalität macht zuerst den Unterschied

Der erste Weg geht für mich (und viele andere auch) über die Verbindung zu Musik. Je tiefer man in die jeweilige Tanzmusik eintauchen kann, desto eher und tiefer wird man dabei etwas fühlen. 
Leider stellt aber die Tanzmusik für viele TänzerInnen bloß eine Plattform an Tanzrhythmen mit ein bisserl netter Melodie oben drauf dar… Quick quick slow, 123, usw. 

Allerdings, wenn man sich die Tanzmusik näher ansieht, entdeckt man so viele unbekannte Ebenen und versteckte Diamanten. 


Dort setzen wir an! 
Können wir den Charakter des Songs (oder eines Teils des Songs) spüren und beschreiben, ist das schon ein guter Beginn. 

Musikinterpretation durch (extra)Bewegung

Jetzt kommt die oben erwähnte Bewegung ins Spiel. Wenn wir es schaffen das Musikstück durch unsere Bewegung zu charakterisieren und zum Leben zu erwecken, dann empfinden wir garantiert eine Menge Emotion dabei. 
Damit meine ich aber nicht die „normale, funktionale Bewegung im Paar“. Ich meine damit eben eine Extrabewegung, die als eine zusätzliche Ebene zu dieser funktionalen Bewegung hinzu kommt.

Ich nenne das „Tanzen im Tanzen“!

Dieses Gefühl, wenn man zusätzlich zum Grundrhythmus eine Footwork-Synkope genau zu den Betonungen in der Musik vertanzt oder wenn man einen Break mit einer passenden Tanzbewegung erwischt….

Aaaaach! Ich drehe schon beim Schreiben durch, weil ich diese Momente auf der Tanzfläche jetzt gerade durchlebe. Gänsehaut pur!

Manche Leser denken sich jetzt bestimmt: „Genauuuuuu! Das ist das Beste überhaupt„!

Die anderen denken sich vielleicht: „Wovon redest du da? Und wie komme ich überhaupt dorthin?

Danke für diese Frage! Hier sind also die drei simplen Schritte:

Schritt 1: du beschäftigst dich mit der Tanzmusik und ihrer Struktur. 

Schritt 2: du erweiterst dein Tanzkönnen mit extra Footwork und Bodymovement (ausserhalb der Tanzfiguren und dem Basic-Rhythmus)

Schritt 3: du wiederholst die Schritte 1 und 2 und hörst nie mehr damit auf!

Simpel, oder? 

Ich erkläre gleich, was ich damit meine…

Wenn wir irgendwann beginnen, die Musik zu verstehen und die vielen Ebenen zu erkennen, wollen wir es dann auch wissen, wie wir uns dazu bewegen sollen, oder?

Also entwickeln wir parallel dazu unsere körperlichen Fähigkeiten und erweitern langsam unseren Bewegungsspektrum. 

Das eine führt dann zum anderen.

Aus meiner langjährigen Analyse dieser Thematik ist es eindeutig – intensive und bewusste (extra)Körperbewegung bringt ein intensives Erlebnis der Musik und des Tanzes und damit eine bedeutungsvollere Zeit auf der Tanzfläche. 

Die perfekte Welle

Ich persönlich finde im Vergleich zu manchen anderen mein eigenes Tanzen nicht außserordentlich gut, und ich bin völlig OK damit. 
Um außerordentlich gut zu werden, müsste ich mich eben nur einem Tanz voll widmen und das möchte ich wiederum nicht. Ich mag die Diversität eben. Es ist also meine bewusste Wahl.


Gleichzeitig finde ich aber (ohne falsche Bescheidenheit), dass ich die Musik außerordentlich gut nachempfinden kann und versuche, so gut ich kann diese Gefühle und Stimmungen in meine Körperbewegung umzusetzen. 

Ich merke dabei immer eines: je geübter mein Körper in der (extra)Bewegung ist, desto tiefer spüre ich die Musik, meine Partnerin und „alles dazwischen“!

Genau dieses Gefühl treibt mich jedes Mal auf die Tanzfläche, so wie es einen Surfer antreibt, immer wieder die perfekte Welle zu suchen. 
Dieses Gefühl ist so intensiv und extrem ansteckend, dass man will, dass es nie aufhört. Und es tut es auch nicht, solange du dich zu Musik bewegen kannst. 😉

Und mein wahrscheinlich größter Tanzwunsch wäre, möglichst vielen TänzerInnen zu helfen, zu ihrem eigenen Gefühl, zu ihrer eigenen Emotion beim Tanzen zu finden. 

Die größten Fehler

Du magst dir jetzt denken: „Schön für dich, ich bin aber nicht so musikalisch. Ich schaffe das nie!“ 

Ein großer Fehler, denn du kannst es werden! 😉

Tatsächlich haben manche wenige Leute ein Hörproblem und können tatsächlich die unterschiedlichen Charaktere oder musikalischen Ebenen Auch nach längerem Üben gar nie erkennen. Wir sprechen hier von max. 5% der Menschen. Die anderen 95% müssen einfach mal damit beginnen und mit der Zeit immer stückchenweise ein wenig besser werden.

Die Klarheit kommt durch Handlung!

Du brauchst dazu kein Talent! Beginne einfach dich mit den Schritten 1 und 2 zu beschäftigen und der Schritt 3 versichert, dass du über die Zeit besser wirst. 😉

Noch ein großer Fehler wäre, wenn wir beginnen Emotionen zu spielen und zu faken, um auf diese Weise künstlich mehr Ausdruck in unserem Tanzen zu bekommen. Huiiiiii!!!

Entweder echt oder gar nicht!


Fake Emotion ist für mich schlimmer als keine Emotion.

Fazit

Wir haben zwar diese drei simplen Schritte zu mehr Gefühl und Emotion beim Tanzen, aber wie du es aus dem Artikel hoffentlich herausgelesen hast, ist das ein längerer Prozess.
Und das ist in Ordnung so. 

Die wichtigsten Sachen auf der Welt (wie z.B. Beziehungen) müssen eben reifen, gehegt und gepflegt werden, bis wir nenneswerte „Erfolge“ verspüren dürfen. 

So ist es auch mit diesem Gefühl und mit der Emotion im Tanz. Es braucht Zeit, bis unsere Körperbewegung in Resonanz mit der Musik kommt.
Aber es wäre wahrscheinlich auch eine der besten Investitionen in deiner gesamten Tanzkarriere dich mehr der Tanzmusik zu widmen und deine Körperbewegung immer mehr zu verbessern.

Damit kommst du diesem Gefühl deutlich näher. Versprochen! 😉

Was meinst du? Willst du der Emotion in deinem Tanz noch eine Chance geben? Lass es mich bitte wissen. 😉

Move your body towards emotion,

Dance And Make A Difference