Unsere Tänzerherzen wurden von West Coast Swing im Sturm und von Anfang an erobert. Als Conny und ich das allererste WCS-Video (natürlich von Jordan & Tatiana 😀) gesehen haben, waren wir einfach hin und weg. Wir wurden auf der Stelle infiziert und wollten es sofort lernen. Allerdings, das ist schon einige Jahre her, war damals WCS in Europa eine Rarität. Ganz wenige haben es getanzt, noch weniger unterrichtet und noch weniger wirklich gut unterrichtet. 😉

Das hat sich in der Zwischenzeit Gott sei Dank verändert, und West Coast Swing hat sich in den letzten 2-3 Jahren auch in Europa als ein neuer Superstar auf dem Social Dance-Himmel etabliert.

Der Tanz (wie viele andere) kommt aus den USA und ist dort ein fester Bestandteil des „Nationalgutes“ – um es mal ein wenig überspitzt auszudrücken. Er hat eine lange Geschichte (länger als man glaubt), die ihren Ursprung im Lindy Hop hat. Im Unterschied zu den anderen Swingtänzen wie Lindy Hop, Balboa, Shag & Co. hat sich West Coast Swing unglaublich weiterentwickelt und immer wieder an die Zeit und Menschen im jeweiligen Zeitalter angepasst.

Dieser Artikel wurde durch die zwei vergangenen Tage inspiriert, in denen wir eine wunderbare WCS-Instruktorausbildung bei Marc Heldt in Wien besuchen durften und dadurch voller neuer Eindrücke und Inputs sind.
Natürlich wollen wir die Erfahrungen und vor allem unsere WCS-Begeisterung mit unserer Community teilen!

Durch diese zwei Tage (insgesamt ca. 16 Stunden Unterricht!) haben wir einen viel besseren Überblick über die Struktur, Strategie, über die Hintergründe und natürlich über die Technik, die dahinter steckt, bekommen.

Wir sind ganz überzeugt, dass West Coast Swing DER Tanz der Zukunft ist!

 

Das ist eines der ersten WCS-Videos, die uns damals begeistert und infiziert haben!

 

WCS ist unserer Meinung nach DER Tanz, der den Social Dance einem noch viel breiterem Publikum öffnen wird als bisher und hier sind 10 Gründe, warum wir dieser Meinung sind:

1. Die Musik ist unglaublich variabel

West Coast Swing kann man zu fast jedem Musik-Genre im 4/4 Takt tanzen. Der beste Part ist, dass dadurch der unterschiedlichste Musikgeschmack getroffen wird. Von den Top 40 Charts, die im Radio täglich gespielt werden, bis hin zu den Klassikern aus früheren Zeiten. Viele der aktuellen Hits sind mit WCS „vertanzbar“. Natürlich passen manche besser als die anderen, aber im Vergleich zu allen anderen Social Dances findet man WCS-passende Musik sehr viel leichter.

OK, du bist vielleicht kein Charts-Type-A-Guy(Girl)…
Öffne Spotify und suche irgendeine Alternative-Playlist, oder etwas aus den 60-ern, 70-ern oder 80-ern…
Es wird sogar immer besser!

Das Tempo der geeigneten Musik variiert von ca. 75 bis 125 BPM! Diese Range ist ein Wahnsinn!

Es ist eindeutig – WCS bedient die breiteste musikalische Palette von allen Social Dances!

2. Gleichberechtigung der beiden Partner

Im WCS hat der Follower (die Dame) die meisten „Freiheiten“ und den meisten Einfluss von allen Tanzstilen, die ich kenne.
An alle Jungs – das ist eine gute Nachricht, glaubt mir! 😉
Das heisst, das ein WCS-Anfänger durchaus schnell besser auf der Tanzfläche aussieht als er denkt. Vor allem dann, wenn eine er mit einer „besseren“ Dame tanzt.

Glaub´ mir bitte, ich weiß wovon ich spreche. 😉
Ich bin noch weit davon entfernt, dass ich mich ein WCS-Advanced-Tänzer nennen darf. Nach dem ich aber gestern Nacht mit ein paar richtig tollen Ladies getanzt hatte (unter anderem mit Merjem, Marc ´s Partnerin), habe ich ein viel besseres Gefühl von meinem eigenen Tanzen gehabt. Das hat mich unheimlich motiviert.

An alle Ladies – das ist ein Tanz für euch!
In diesem Tanz glänzt ihr wie in kaum einem anderen.

3. Variabler Charakter

So wie die Musik unterschiedlichen Charakter haben kann, so passt sich der Tanz auch an.
Klingt logisch – ist es auch!

In kaum einem anderen Tanzstil hat die Musikalität so eine zentrale Position wie im WCS. Dadurch nimmt der Tanz jeden Charakter der Musik an, der sich anbietet.
Somit sind die Palette der möglichen Ausdrucksformen und der Stimmungen im Tanz unvorstellbar breit.
Für jeden ist etwas dabei – sinnlich, dynamisch, flott, funky, verspielt, happy-peppy, elegant, swingig – alles ist möglich!

4. Sehr strukturiert und durchdacht

Meiner Meinung nach gibt es keinen anderen Social Dance, der klarer und strukturierter ist als WCS.
Klar, da sind noch die ganzen Ballroom-Tänze mit den verschiedensten Büchern und Richtlinien. Diese sind jedoch eher an den Tanzsport gerichtet, nicht an den Social Dance – sprich, mit jedem tanzbar!

Obwohl sich der Tanz so schnell weiterentwickelt hat, gibt es eine klare Struktur, klare Aufgaben für Leader & Follower und klare Empfehlungen, wie man es besser gestalten kann.

5. Sehr kreativ und frei

Das ist eigentlich ein Hammer! Vor allem nach dem Punkt 4!
Es ist fast ein Wunder, dass etwas gleichzeitig so strukturiert UND kreativ sein kann.
Oder vielleicht doch DESWEGEN und nicht TROTZDEM…
Da es gewisse „Spielregeln“ gibt, hat man klare Bereiche und Situationen festgelegt, wo man kreativ und verspielt werden „darf“ oder soll, aber auch Bereiche, wo es nicht empfehlenswert ist. Diese Spielregeln erleichtern einem das Leben während des Tanzens, ohne zu sehr aufdringlich und „Bossy“ zu werden.

6.  Verspieltheit und Humor 

WCS hat eine in sich verspielte Art, die eine gute Stimmung verbreitet aber nicht „too much“ wird.
Wenn man sich z.B. den Lindy Hop anschaut, der durchaus manchmal fast kindisch verspielt sein kann (vor allem, wenn ich tanze 😀), oder den Tango, der auf der anderen Seite soooooo ernst und vertieft ist, hat der WCS einen casual-sanften Humor, der fast immer geht.
Ist trotzdem natürlich eine subjektive Sache…

7.  Verändert/verbessert jeden anderen Tanz, den du gerade tanzt

Oh, ja! Das kannst du mir glauben…
Im allgemeinen sind wir der Meinung, dass jeder neue Tanzstil, den du lernst, den vorherigen beeinflusst und vize versa. Langfristig ist das sicherlich positiv, da die Vielfalt unsere allgemeinen Social-Dance-Skills verbessert.

Aber was WCS für dein Tanzverständnis in anderen Stilen erreichen kann, ist ein Wahnsinn!
Frag jeden, der den WCS länger als ein Jahr tanzt!

8.  Fördert Körper- und Geistwahrnehmung

Das ist der Hauptgrund für den Punkt 7 – da der West Coast Swing so vielschichtig, positiv komplex und kreativ ist, fördert (und fordert 😀) er alle unseren körperlichen und aber auch geistigen Kapazitäten.
Das muss allerdings nicht immer nur positiv sein, da man doch relativ schnell am Rande seiner Komfortzone landet.
Aber ist das nicht auch der Ort, wo die Magie beginnt? 😉

9.  Casual und komfortabler Kleidungsstil

Das gilt im speziellen für die Ladies!
Sie müssen keine High-Heils tragen (sogar eher ungünstig) und können ganz gemütlich und lässig in Jeans und Shirt bei der Party aufkreuzen und sind trotzdem (oder gerade deswegen) ganz „in“!
Natürlich kann man sich auch „aufbrezeln“ bis zum geht nicht mehr, aber es ist nicht üblich.
Die Jungs tragen auch meistens Jeans&T-Shirt, bzw. irgend etwas Lässiges.
Man muss im WCS nicht fancy sein!

Aber wenn man es will, fällt es nicht negativ auf. 😉

10. Moderater Bewegungscharakter

Mit anderen Worten – man schwitzt sehr viel weniger als z.B. bei Salsa oder Lindy Hop!
Ich habe bei der gestrigen Party nicht einmal mein Schweißtücherl benutzt! Und ich habe kaum Pausen gemacht.
Bei Salsa-Socials brauche ich manchmal ein zweites Tuch, weil das erste schon durchnäßt ist.
Selbst wenn man die ganzen Nächte durchtanzt, hat man in den meisten Stücken  genügend Abschnitte, in denen man es ruhig angehen kann. Das spart Kraft, hält uns länger fit für unsere TanzpartnerInnen und hält die Klamotten ansehnlich. 😀

11. Natürlicher Bewegungsablauf

Das ist ein Bonusgrund und gleichzeitig einer der wichtigsten Gründe, die für den West Coast Swing sprechen – er fordert keine übertriebenen Bewegungen, sondern fördert einen natürlichen und „organischen“ Bewegungsablauf.
Man könnte fast sagen, das ist ein Tanz, der nicht unbedingt tanzen will.
Ich weiß, wie dämlich das klingt.
Damit will ich sagen, dass bei aller Vielschichtigkeit und Komplexität, dieser Tanz will trotzdem möglichst natürlich, lässig und casual bleiben.

Dadurch sind, meiner Meinung nach, WCS-Spezialisten eigentlich die „komplettesten“ TänzerInnen überhaupt, da sie nicht nur in eine Richtung „geschult“ sind und deswegen jeden neuen Tanzstil sehr schnell erlernen und auch ziemlich authentisch tanzen können.

Fazit 

Während ich das alles geschrieben habe, sind mir noch viele weitere Gründe eingefallen, warum man WCS tanzen sollte. Aber das würde dann ein Buch werden. Es ist bereits jetzt schon so lange geworden.
Ich weiß – wieder einmal. 😉

Aber dieser wunderbare Tanz verdient es!

Wir sind gerade dabei, die WCS-Szene in Graz und Österreich mit unseren Kollegen aus den anderen Tanzschulen zu beleben und würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele diesem tollen Tanz eine Chance geben würden, die er verdient hat.

Wenn du unserer Meinung bist, dann bitte ich dich, diesen Artikel in Social Media zu teilen. Damit bist du einer von uns! 😉

Try West Coast Swing,

Dance And Make A Difference