Hast du das Gefühl, dein Tanzen könnte etwas mehr Pepp vertragen? Lese weiter und erfahre, wie dir Kontrast dabei helfen kann.

Du hast sicher schon einmal ein Tanzvideo oder eine Live Performance gesehen, bei der du nicht wegschauen konntest. Der Tanz hat dich in seinen Bann gezogen, und du musstest ihn bis zum Ende ansehen, obwohl du dies nicht unbedingt geplant hattest.
Es gibt unter anderem vor allem EINEN guten Grund dafür:

Kontrast!

Kontrast ist dieses Ding, das uns weiter an dem z.B gesagten Video interessieren lässt.
Wir spüren eine stetige Abwechslung, es verändert sich ständig irgendetwas. Dadurch haben wir das Gefühl: es ist attraktiver!
Im Gegenteil dazu – Wann fangen wir an wegzuklicken oder wegzuschauen? Dann, wenn das Geschehen vorausschaubar wird, wenn es immer gleich zu sein scheint. Es beginnt, uns zu langweilen.

Wer möchte langweilig tanzen?
Nur niemand!

Wir wollen in jedem Tanz das Gefühl haben, dass dieser Tanz einzigartig ist. Dass wir kreativ sind. Dass wir Eins mit der Musik sind. Dass unser Tanzpartner nach dem Tanz sagt: „Wow! Das war ein magischer Tanz!“

Hebe deine Hand ganz hoch, wenn du der Meinung bist, dein Tanzen könnte etwas mehr davon vertragen.
Na?

Also, ich habe nicht nur beide Hände oben, sogar meine Füße sind noch höher als die Hände!
Weil ich mir das auch wünsche für mein Tanzen. Und das wird wahrscheinlich immer so bleiben. Wer will das noch?
Nur alle!

Klar wollen wir das!
Durch Kontrast fühlt sich unser Tanzen attraktiver an.
Wir werden auch kreativer, weil wir das Ganze von verschiedenen Seiten angehen. Dadurch werden wir aus dem gewissen „Winterschlaf“ aufgeweckt und der Tanz wird noch interessanter. Es verhindert auch, dass man immer wieder die gleichen Drehungen tanzt (und diese immer auf die gleiche Seite, damit es einem schön schwindlig wird). Und das Ergebnis schaut auch noch attraktiver aus! Spätestens jetzt habe ich dich motiviert, oder? 😉

Genug gequaselt.
„Was muss ich nun tun, damit ich das auch kann?“ ist die Frage…

Schlechte Nachricht zuerst: es gibt so ziemlich ungefähr ganz genau ca. 247 Schritte, um mehr Kontrast in dein Tanzen zu bekommen. Hmmm….

Und die Gute?

Wir schaffen es auch in 10 😉

Na dann, Sesam öffne dich!

  1. Die Basic Elemente („die üblichen Verdächtigen“) inhalieren und sie immer in unterschiedlichen Reihenfolge tanzen, so dass man nie zwei gleiche Elemente hintereinander tanzt.
  2. Die nächste Stufe ist, immer konträre Elemente hintereinander zu tanzen: Damendrehung – Herrendrehung, L-Drehung – R-Drehung, Inside Turn – Outside Turn, links vorbei – rechts vorbei, geschlossene Haltung – offene Haltung usw.
  3. Weiterer Tipp ist ein Dip!😉 Baue hin und wieder (aber nicht öfter als hin und wieder😀) einen simplen Dip ein. Im Ballroom wäre es eine Pose, oder Hesitation, im Tango z.B. eine Calesita.
  4. Es bewirkt „kontrastische Wunder“, wenn man das typische Rhythmusmuster durchbricht, soweit es der Tanzstil zulässt. Beispiel im Salsa: den tap-step-tap-step statt 123,567 einbauen, oder 1357 half time. Ufff, schwierig, das Ganze schriftlich zu beschreiben… Aber wir arbeiten daran, es zu ändern 😉.
  5. Lasse die Dame aus der klassischen Haltung aus und baue während ein paar Counts einen Solo Teil ein. (im Ballroom und Tango z.B. offene Drehungen, bei denen wir die feste Haltung verlassen).
  6. Hör auf die Musik und sei bereit, auf gröbere musikalischen Charakterveränderungen zu reagieren. Z.B. Wenn es auf einmal in der Musik gaaaanz ruhig wird, könnte man zu diesem berühmten „L’Amour Hatscherl“ sanft übergehen und erst, wenn der Rhythmus dominant wird, wieder „loslegen“.
  7. Kombiniere kurze und schnell getanzte Moves mit langgezogenen eleganten Bewegungen. Das kostet manchmal Überwindung, aber fördert den Kontrast wie kaum ein anderer Punkt.
  8. Auf einem höheren Tanzlevel könnte man mit der Art der Connection spielen: dynamisch (elastisch) vs. eng und kompakt
  9. Und tanze mit verschiedenen PartnerInnen. Das sorgt buchstäblich für eine Abwechslung 😉 Wie heisst dieser Blog noch einmal? Genauuuuuu…. Also, let´s socialize!
  10. Höre Tanzmusik, ohne dabei zu tanzen. Achte auf die Veränderungen im Lied und versuche, im Kopf die Tanzbewegungen dazu zu visualisieren. Mach das oft genug, und es wird ein Teil von dir. Dieses Mindset nimmst du dann mit auf die Tanzfläche.

That’s it! Das Ding ist ja, dass man nicht alle Schritte umsetzen muss, um den Erfolg zu spüren. Das Erlebnis beginnt schon mit einem! Allerdings sollte man diesen einen dann inhalieren und automatisieren und dann erst zum nächsten gehen, usw. Bitte nicht alle gleichzeitig versuchen. Das führt zum Chaos. Versprochen. Weniger ist mehr.
Eines meiner Lebensmottos:

Eins. Nach. Dem. Anderen.

Das sage ich in unserem Büro mindestens einmal am Tag 😀.
Ach ja, ein Schritt fehlt noch:

11.  Rausgehen und tatsächlich tanzen!

Der Besteste von allen!
Wir sind fest der Überzeugung, dass Kontrast unser Tanzen deutlich attraktiver macht. Wenn im Tanzen umgesetzt haben beide „Beteiligten“ das Gefühl, sie würden nicht genug davon bekommen.

Weil es immer abwechselnd ist.
Okeeeeey…

Weil es nicht langweilig ist.
Besseeeer…

Weil es super viel Spaß macht?!
BANG! Jetzt bin auch ich aufmerksam!

Lass mich bitte nicht noch einmal in die Runde fragen, wer das nicht möchte… Es ist schon klar, oder?  Wir lieben Kontraste in unserem Alltag. In der Kunst, Musik, ja sogar wenn wir einen Fernseher kaufen, fragen wir nach dem Kontrastverhältnissen.
Wieso sollte es dann im Tanzen weniger wichtig sein?
Eben.
Man könnte jetzt mit mir diskutieren, dass es wichtigere Themen gäbe, die vor dem Kontrastthema analysiert werden sollten. Vielleicht.  Ich habe da eine Theorie. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir im Tanzen eine passable Figur abgeben, und dass sich unser/e Partner/in auch dabei wohl fühlt, werden wir motivierter. Dann „betreibt“ man es auch weiter. Und dann kommt man auch zu den weiteren Aspekten vom Tanz, die wir alle natürlich hier besprechen wollen, hehe.

Ich bin sehr gespannt, was du dazu meinst. Hast du noch ein paar Vorschläge, die ich ausgelassen habe?
Bist du einer anderen Meinung? Oder hast du Erfahrungen, die sich mit meiner Theorie decken?
Nur fürs Protokoll, das Letzte wäre mir lieber 😀.

Bin dennoch immer offen für ein konstruktive Diskussion manchmal… oder so…
Einfach kommentieren und dann sehen wir, wohin uns das Gespräch führt 😉

Bis nächste Woche,
Dance & Make a Difference